
Get Out – Movie-Game-HD Review:
Pkt.: 7,4/10
Vorab: Ein erfrischend anderer Horrorfilm mit schwarzhumoriger Gesellschaftskritik als faden Beigeschmack.
Jordan Peele‘s „Get Out“ ist inmitten des anhaltenden Mainstream-Chaos wirklich etwas ganz Besonderes. Zur Abwechslung geht es in einem Mystery-Horrorschinken eben einmal nicht um irgendwelche Geister, Zombies oder einen verrückten Serienkiller mit Hockeymaske, der einer leicht naiv-blöden Weißen im heruntergerissenen Bikini-Outfit nachjagt sondern beschreitet stattdessen lieber einen leicht unkonventionelleren Weg um dem Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und somit das wahre Fürchten zu lehren. Und die beschriebene Furcht ist dabei realitätsnäher als es zunächst den Anschein macht.
Was zu Beginn wie ein ruhiges, schwarz-komödiantisches Drama daherkommt entpuppt sich zum letzten Drittel des Films zu einer psychisch herausfordernden Achterbahnfahrt, welche schonungslos die rassistischen und menschenverachtenden Abgründe der mehr oder weniger fiktiven Figuren offenlegt. Die Spannung wird dabei sowohl durch die nebulös-mysteriösen Charaktere als auch die schier anhaltende Ungewissheit über die eigentliche Handlung aufrechterhalten, dass selbst rätselbegabte Zuschauer, egal wie sehr man sich auch anstrengt, einfach nie wirklich hinter das tatsächliche Geheimnis und somit überraschende Ende kommen kann. Am laufenden Band werden Vorurteile, Missverständnisse und Sagen rund um die afroamerikanische Hautfarbe geschmiedet, abgehandelt und sogleich wiederlegt, dass einem wahrlich schwindelig werden könnte, wenn man sich im Anschluss mit all den Themen im Detail auseinandersetzen würde.
Neben adrenalinfördernden Elementen und leicht übertriebenen Gewaltspitzen, die das Werk berechtigt dem Genre „Horror“ zuweisen, steht der Film jedoch primär für etwas gänzlich anderes. Und zwar als mahnendes Spiegelbild einer realistisch portraitierten Gesellschaft, welche in der Hautfarbe noch immer eine vertretbare Grenze für Erfolg und Misserfolg zieht. Verdeutlich wird dies im Film damit, dass „schwarz zu sein“ als eine Art trendige Modeerscheinung dargestellt und somit als solche durch die Figuren auch behandelt wird. Der offensichtlich angeprangerte Realitätsbezug ist oft kaum von der Hand zu weisen. Wer sich an die zurückliegende(n) Oscarverleihung(en) zurückerinnert wird spätestens jetzt ansatzweise verstehen, was die eigentliche Botschaft hinter der Botschaft indirekt zu bedeuten hat. Genauso wie es gerade Star-Regisseur F Gary Gray indirekt für seinen immensen Erfolg für den jüngsten 8. Ableger von The Fast and the Furious (film series)erleben muss (erster Film eines Schwarzen, der mit seinen Einnahmen die Eine-Milliarde-Grenze durchbricht – was für eine Statistik *roll*).
Fazit: Spannender Film mit tiefgründigem Unterhaltungswert. Lohnens-, jedoch ohne wiedersehenswert.
So, zu den Einzelwertungen:
Darstellerleistung: 7/10
Charakterzeichnung: 6/10
Story: 8/10
Spannung: 9/10
Humor: 7/10
Effekte: 7/10
Härtegrad: 7/10
Setting: 8/10
Soundtrack: 6/10
Twist-Rating: 9/10
Rundum: 7,4/10 Punkten
HaVe FuN




