wes moriarty, geboren '84 in Deutschland autor von Evil Jokes - Season 2 (2026) Black Blood (2024) Evil Move (2020) Evil Jokes - Season 1 (2019) Four Letters (2017) Natural Instincts (2016)

Get Out Review

Get OutMovie-Game-HD Review:

Pkt.: 7,4/10

Vorab: Ein erfrischend anderer Horrorfilm mit schwarzhumoriger Gesellschaftskritik als faden Beigeschmack.

Jordan Peele‘s „Get Out“ ist inmitten des anhaltenden Mainstream-Chaos wirklich etwas ganz Besonderes. Zur Abwechslung geht es in einem Mystery-Horrorschinken eben einmal nicht um irgendwelche Geister, Zombies oder einen verrückten Serienkiller mit Hockeymaske, der einer leicht naiv-blöden Weißen im heruntergerissenen Bikini-Outfit nachjagt sondern beschreitet stattdessen lieber einen leicht unkonventionelleren Weg um dem Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und somit das wahre Fürchten zu lehren. Und die beschriebene Furcht ist dabei realitätsnäher als es zunächst den Anschein macht.

Was zu Beginn wie ein ruhiges, schwarz-komödiantisches Drama daherkommt entpuppt sich zum letzten Drittel des Films zu einer psychisch herausfordernden Achterbahnfahrt, welche schonungslos die rassistischen und menschenverachtenden Abgründe der mehr oder weniger fiktiven Figuren offenlegt. Die Spannung wird dabei sowohl durch die nebulös-mysteriösen Charaktere als auch die schier anhaltende Ungewissheit über die eigentliche Handlung aufrechterhalten, dass selbst rätselbegabte Zuschauer, egal wie sehr man sich auch anstrengt, einfach nie wirklich hinter das tatsächliche Geheimnis und somit überraschende Ende kommen kann. Am laufenden Band werden Vorurteile, Missverständnisse und Sagen rund um die afroamerikanische Hautfarbe geschmiedet, abgehandelt und sogleich wiederlegt, dass einem wahrlich schwindelig werden könnte, wenn man sich im Anschluss mit all den Themen im Detail auseinandersetzen würde.

Neben adrenalinfördernden Elementen und leicht übertriebenen Gewaltspitzen, die das Werk berechtigt dem Genre „Horror“ zuweisen, steht der Film jedoch primär für etwas gänzlich anderes. Und zwar als mahnendes Spiegelbild einer realistisch portraitierten Gesellschaft, welche in der Hautfarbe noch immer eine vertretbare Grenze für Erfolg und Misserfolg zieht. Verdeutlich wird dies im Film damit, dass „schwarz zu sein“ als eine Art trendige Modeerscheinung dargestellt und somit als solche durch die Figuren auch behandelt wird. Der offensichtlich angeprangerte Realitätsbezug ist oft kaum von der Hand zu weisen. Wer sich an die zurückliegende(n) Oscarverleihung(en) zurückerinnert wird spätestens jetzt ansatzweise verstehen, was die eigentliche Botschaft hinter der Botschaft indirekt zu bedeuten hat. Genauso wie es gerade Star-Regisseur F Gary Gray indirekt für seinen immensen Erfolg für den jüngsten 8. Ableger von The Fast and the Furious (film series)erleben muss (erster Film eines Schwarzen, der mit seinen Einnahmen die Eine-Milliarde-Grenze durchbricht – was für eine Statistik *roll*).

Fazit: Spannender Film mit tiefgründigem Unterhaltungswert. Lohnens-, jedoch ohne wiedersehenswert.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 7/10
Charakterzeichnung: 6/10
Story: 8/10
Spannung: 9/10
Humor: 7/10
Effekte: 7/10
Härtegrad: 7/10
Setting: 8/10
Soundtrack: 6/10
Twist-Rating: 9/10
Rundum: 7,4/10 Punkten

HaVe FuN

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Logan – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 7,3/10

Vorab: Keine traditionelle Comicverfilmung, sondern ein modernes Western-Märchen im Stil von The Last of Us und The Road.

Er ist alt. Er ist müde. Er ist schwach. Adjektive, die man im X-Men Universum nie mit dem Helden Logan alias The Wolverine in Verbindung bringen würde. Denn bekanntlich, mit einem Hauch Unsterblichkeit versehen, weiß jeder treue Kinogänger spätestens seit den zurückliegenden X-Men Filmen welch unglaubliche Fähigkeiten der Figur inne wohnen. Und genau das könnte bei Logan für viele zum Problem werden.

Denn Logan ist, wie die Figur selbst, nicht wie seine Vorgängerfilme. Wir bewegen uns abseits von futuristischen Outfits, Gadgets und traditionellen Sci-Fi Elementen, welche die Spielfilmreihe als Eye-Catcher prunkvoll präsentiert hatten. Logan funktioniert überraschend anders… und zwar sowohl auf emotional ruhigerer wie auch dramatischer Ebene. Denn anders, als zu den glorreichen Zeiten, gelten im Jahr 2029 sowohl Professor Charles Xavier als auch Logan selbst als gefallene bzw. gestrandete Helden, die auf der Suche nach der Flucht vor sich selbst irgendwo verloren gingen. Vieles erinnert an einen dreckigen Western oder post-apokalyptischen Desert-Survival-Streifen, der sich rein auf das Schicksal seiner wenigen Protagonisten konzentriert statt einen visuellen Overkill zelebrieren zu wollen.

Wir waren überrascht, wie tief die Beziehung zwischen den beiden Charakteren in der Neuinterpretation eines düsteren Marvel-Universums zu gehen scheint. Eine zerrüttete Vater-Sohn Geschichte, in der beide ihre indirekten Rollen zu leben und zu akzeptieren scheinen und die mit einer vermeintlich angespannten Vater-Tochter Storyline fortgeführt bzw. weiterentwickelt wird. Gespickt mit vielen emotional packenden Höhepunkten und einem wandlungsfähigen und überzeugenden Hugh Jackman sind uns insbesondere diese Momenten bis zum dramatischen Finale fest in Erinnerung geblieben. Auch Patrick Stewart beweist sich einmal mehr als einer der hingebungsvollsten Charakterdarsteller unserer Zeit und mimt den von geistigem Zerfall geplagten Propheten mit Bravo. Beide dominieren das Spiel allerdings so sehr, dass andere Figuren sowie die dürftig zusammengesetzte Story dabei mehr oder weniger auf der Strecke bleiben und hinter diesen beiden Größen völlig verblassen.

Und jetzt, liebe Freunde… zu guter letzt… jetzt holen wir mal ganz stark in Richtung Härtegrad aus und stellen mal ganz offen und unverblümt die These auf, dass das Prüfungskomitee der FSK bei ihrer Vergabeentscheidung entweder nicht so ganz nüchtern oder das ein oder andere Auge ganz und gar geschlossen gewesen sein musste. Denn vergleichen wir den jüngst veröffentlichten John Wick 2 (der mit einer Freigabe ab 18 bewertet wurde) mit Logan, dann Pardon, zieht John Wick an vielen Stellen in Sachen „Härte“ hier eindeutig den Kürzeren. Es wird gemetzelt, es werden am laufenden Band Gliedmaßen geschnitten, aufgespießt, abgetrennt oder völlig auf- und weggesprengt, ohne es dabei nur andeuten zu wollen, sondern um ein knallhartes Erwachsenenerlebnis zu schaffen. Wir waren (trotz der irrealen Comicthematik) verblüfft, dass einem jüngeren Publikum hier mit einer FSK 16 der Weg ins Kino geebnet wird, während diesen in den eher gewalttolleranteren USA mit dem R-Rating tatsächlich dieser Weg verwehrt bleibt. Tatsächlich die Überraschung des Abends.

Nun zum Fazit: Logan wirkt anfangs befremdlich und ggfls. nicht ganz wie erwartet, doch der Film macht direkt zu Beginn deutlich, dass neue Wege nicht immer falsch sein müssen. Wir finden Logan, für sich als Stand-Alone, ist trotz einiger Überlängen gutes und unterhaltsames Popcorn-Kino. Wer jedoch eine eher traditionellere Comicverfilmung erwarten sollte, sollte eher auf das passende Heim-Kino-Medium warten und Logan bei einer Flasche Rotwein und einem Big-Mac genießen.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 8/10
Charakterzeichnung: 8/10
Story: 6/10
Spannung: 7/10
Humor: -/10
Effekte: 8/10
Härtegrad: 10/10 (Angesicht FSK 16)
Setting: 6/10
Soundtrack: 7/10
Twist-Rating: 6/10

Rundum: 7,3/10 Punkten

HaVe FuN

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Horizon Zero Dawn – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 9,4/10

Vorab: Monumentales Third-Person-Spieleerlebnis, das bis zur letzten Minute fesselt und den Spieler durchgehend staunen lässt.

Über Umwege kamen wir in den Genuss, das niederländische Horizon Zero Dawn aus dem Haus Guerrilla Games spielen zu dürfen, da wir in der Regel nicht unbedingt der große Fantasy-Rollenspiel-Fan und Loot-Hunter sind. Aber einmal angefangen, verdammt… es ließ uns nicht mehr los. Nicht wegen dem Game-Genre an sich, sondern einfach, weil dieses Game von Anfang bis Ende zum Paukenschlag ausholt.

Eine hervorragend konstruierte Geschichte, lebendige, vielschichtige Charaktere und ein über die Maßen beispielloses Setting in einer atemberaubenden Engine verpackt lässt Gamer Herzen von Beginn an höher schlagen. Wir begleiten dabei Aloy, eine Nora-Kriegerin, die von Geburt an als Ausgestoßene von einem scheinbar Fremden aufgezogen wird, bis sie eines Tages dazu bereit ist, ihrer von langer Hand geplanten Bestimmung zu folgen und die Geheimnisse rund um ihre Welt ergründen und lüften zu können. Die Macher von Killzone 3 setzen hierbei immer wieder insbesondere auf emotionale Elemente, die uns mit jedem neuen Schicksalsschlag mit jeder neuen Figur herzlich lachen und weinen lassen. Die Mischung aus The Witcher 3: Wild Hunt und Borderlands 2 funktioniert tadellos.

Wir spoilern nicht, wenn wir sagen, dass die Erde irgendwann nach 2049 von Maschinenwesen neu bevölkert wurde. Das sehen wir bereits in den Trailern und auch sonst wird der eine oder andere Hinweis direkt zu Beginn gestreut. Doch die Hintergründe, warum das eben so ist, sind sowohl erschreckend wie auch faszinierend zugleich. Das Ende ist in sich einfach subtil umwerfend inszeniert, auch wenn wir vom finalen Bosskampf etwas enttäuscht waren. In 18 Stunden (Hauptquest) erfährt der Spieler mehr und mehr über die fadenscheinig unterentwickelte Welt und zu welchen Mitteln die Vorfahren der Nora und Carja-Krieger greifen mussten, um die Zukunft der Menschheit bewahren zu können. Aber damit nicht genug, es erwartet uns vieles, vieles mehr. Es gibt unzählige Bezüge zu griechischen und heidnischen Mythen, worauf sich wohl viele Fantasy-Nerds und Hobby-Myth-Hunter heißhungrig freuen dürfen. Neben der gigantischen vielseitigen Spielwelt (wir schätzen den Umfang ähnlich wie Borderlands 2) wird uns zudem eine Vielzahl von unterschiedlichen Feind-Arten präsentiert. Jede individuell an ihren natürlichen Vorbildern in Perfektion angeglichen und mit einer beeindrucken KI versehen. Auch hier brachten uns die Entwickler ständig erneut zum Staunen und wir sind noch immer verblüfft darüber, was hier alles auf der PS4 für gerade mal schlappe 45 Millionen technisch möglich gemacht wurde. Eine Grenze für das System scheint also allemale noch nicht in Sicht.

Grafisch perfekt, Steuerung optimal, kaum Ladezeiten. Was die Spielzeit betrifft, so liegt ein Abschluss mit 100% lt. Publisher mit 45 Stunden durchaus im Bereich des Möglichen. Rusher mit wenigen Nebenquests wird eine Spielzeit von 25 Stunden prognostiziert. Also ein ausladendes Spiele-Vergnügen mit unzähligen Möglichkeiten euch durchaus bei Laune zu halten. Da wir die Endmission (empfohlenes Level 37) mit Level 25 und nach ca. 16.-18 Stunden Spielzeit begonnen haben, können wir euch besten Gewissens auf den Weg geben, dass es durchaus auch kürzer geht, wir euch aber nachträglich eher von derartigem „Speed-Rushen“ abraten würden. Da jedoch Ghost Recon Wildlands bereits morgen vor der Tür steht, blieb uns hier leider keine andere Wahl als das Game hemmungs- und schonungslos durchzusuchten… 😉

Fazit: Bomben-Game, After Credits Scene Anschauen und auf Nachfolger freuen !!!! Direktkauf lohnt sich. Hier runden wir gut und gerne auf 10/10 auf…

EnjoY.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: -/10
Charakterzeichnung: 9/10
Story: 9/10
Spannung: 9/10
Humor: -/10
Effekte: 10/10
Härtegrad: -/10
Setting: 10/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: 8/10 (etwas vorhersehbar)

Speziell-Game:

Steuerung: 9/10
Ingame-Grafic: 10/10
Sequence-Grafic: 10/10
Wiederspielwert: 10/10
Vielfalt-Missionsdesign: 9/10
Laufzeit Hauptstory: 9/10
Nebenmissionen: 9/10
Eastereggs: -/10
Synchro: 8/10
Online-Modus: -/10 (nicht verfügbar)
Stabilität/Fehlerfreiheit: 10/10 (unglaublich kurze Ladezeiten)
Preis/Leistung: 10/10 (Direktkauf gerechtfertigt)

Rundum: 10/10 Punkten

Have fun

Dieses Video Now Playing von Movie-Game-HD ansehen: Das Ende von Horizon Zero Dawn
https://www.twitch.tv/videos/126793197

hacksaw

Movie-Game-HD-Review

Pkt.: 10/10

Vorab: Ein genreübergreifendes Meisterwerk, das die vielseitigen Ansprüche seiner konventionellen Zuschauer zu übertreffen und entgegen dem Mainstream-Kino zu überraschen weiß.

Hacksaw Ridge ist nach geschlagenen 10 Jahren (Apocalypto) das erste Regieprojekt seitens Hollywood-Star Mel Gibson, der in dieser Funktion bereits ab den 90er Jahren sowohl kommerziell sehr erfolgreiche wie auch inhaltlich packende „Must-See“-Werke wie The Passion Of The Christ und Braveheart für Jedermann schuf. Danach ist es um den mittlerweile ergrauten Erfolgs-Träger relativ ruhig geworden, war er durch seine ständigen Eskapaden und Skandale in Hollywood schlagartig für viele in Ungnade gefallen. Doch jetzt ist er zurück und das (verdient) für 6 Oscars nominierte Werk erfreut weltweit Kritiker und Zuschauer zugleich.

Auch wir sind mehr als begeistert.
Zugegeben, als wir den ersten Trailer sahen und die einschlägigen Worte des Protagonisten hörten „Gott, lass mich bitte noch einen retten“, da hätte man durchaus im ersten Moment meinen können, „Oh nein… bitte nicht noch so ein oberflächliches, naiv-kitschiges, patriotisches „Wir lieben uns selbst“ Szenario … ahhhhhh“. Tja, wie kreativ Hollywood „wahre Begebenheiten“ in filmischen Umsetzungen gerne mal ausschmückt, muss an dieser Stelle keine große Erwähnung finden, aber soviel: Wir lagen mit beinahe allem falsch, was unsere Erwartungen anging. Denn der Film ist nicht nur vielschichtig, technisch sowie inhaltlich handfest und mit einer Liebe zum Detail von Darstellern und Crew in Szene gesetzt sondern in erster Linie eins: ein Meisterwerk.

Der ganze Film kann grob in 2 Teile und ca. 4 Sub-Genres unterteilt werden.Der erste Teil beschäftigt sich mit der Vorgeschichte, dem Zivilisten Desmond Doss, der in Ausübung seines Glaubens zufällig die Liebe seines Lebens kennenlernt und dabei immer wieder mit vielen familiären Konfliktsituation umzugehen lernt. Von unterschiedlichen Erfahrungen geprägt trägt dieser anschließend seine Überzeugungen in das Ausbildungslager der US-Army, wo Doss sich einem von Intoleranz untermauerten und falschen Wertvorstellungen geprägten System entgegenstellt sieht und für diese bis zuletzt einstehen muss. Gespickt mit hervorragend gespielten Drama-Elementen (insbesondere Hugo Weaving als traumatisierter, alkoholabhängiger Vater ist hier hervorzuheben), einer Priese annehmbarer und durchaus unterhaltsamer Liebesschnulze sowie stets zündenden humoristischen Einlagen, setzt Mel Gibson zu Beginn des Films eindeutige Akzente zu einem ernsthaften Entwicklungs- und Zusammenspiel von handfesten Charakteren und einem stetig anhaltenden realitätsnahen Kriegstrauma innerhalb einer ermüdenden amerikanischen Gesellschaft, dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile und pure Begeisterung aufkommen lässt. Wir haben gelacht, wir haben gebangt. Wir wollten mehr.

Und wir bekamen mehr.
Der zweite Teil und damit das letzte Sub-Genre manifestierte sich uns in einer brachialer Bildersprache und Bildgewalt. Hineingeworfen in das Kriegsgebiet Japans, auf dem Gipfel des Hacksau Ridge, zieht Mel Gibson die Zügel schlagartig fester an, als es die FSK eigentlich, aus unserer Sicht, hätte bewerten dürfen. Die Freigabe ab 16 wird nämlich im vollen Zuge ausgereizt und dürfte sich im Bereich des darin Vertretbaren durchaus am oberen Grenzwert zu nicht geringem Gore-Einsatz befunden haben. Dass Krieg unbarmherzig und grausam ist, lehrt uns nicht nur die Geschichte, sondern auch das Medium Film selbst. Und manchmal ist es nur ein schmaler Grad zwischen der Wertung „reißerisch inszeniert“ und „essentiell notwendig“. Wenn man also Parallelen bzw. Vergleiche ziehen müsste, muss man durchaus sagen, dass der Gewaltgrad von Hacksaw Ridge überraschenderweise den von Saving Private Ryan (Strandszene) deutlich übertrifft. Es wird zerfetzt, es wird geballert, es wir gesprengt. Die Gedärme liegen blank. Es wird wirklich alles schonungslos offengelegt. Sowohl menschliche Abgründe als auch menschliche Gliedmaßen. Es ist ein schonungsloses Gemetzel.

Und tja, mittendrin immer wieder Desmond Doss. Der ohne den überheblichen, wohlbekannten Patriotismus auskommt, tragisch durch die Geschehnisse führt, oft gar selbst an seiner eigenen Naivität zu scheitern droht. Der uns nie als zu glorifizierender Held, sondern eher bescheiden und zurückhaltend präsentiert wird.

Leute, um es mal verkürzt zu sagen. Wir geben selten 10/10 Pkt., weil es oft immer einen Faktor gibt, der zu kritisieren wäre oder der im Kontext des Werkes nicht so stimmig scheint, dass man guten Gewissens die volle Punktzahl rechtfertigen könnte. Aber verglichen mit vielen Werken, die wir selbst als „Unantastbar“ bezeichnen würden und eigene Maßstäbe setzten (Saving Private Ryan, Black Hawk Down), müssen wir sagen, dass Hacksaw Ridge sich getrost und ohne jede Zurückhaltung bei diesen einreihen kann und es verdient, das Maß an Beachtung zu erhalten, die ihm gebührt. Wir versprechen: Ihr werdet nicht enttäuscht sein. Enttäuschend ist hingegen mit anzusehen, wie sich solch ein hervorragender Film deutschlandweit überwiegend in kleineren Kinosälen oder zu recht fragwürdigen Zeiten seine Sporen verdienen muss und somit nur begrenzt dem interessierten Kinogänger zur Verfügung gestellt wird.

Leute: Unbedingt (im Kino) anschauen!

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 10/10
Charakterzeichnung: 10/10
Story: 10/10
Spannung: 9/10
Humor: 7/10
Effekte: 9/10
Härtegrad: 8/10
Setting: 10/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: -/10


Rundum: 10/10 Punkten
Have fun

resident-evil-7

Movie-Game-HD Review

Pkt.: 7/10

Vorab: Hält, was der Trailer verspricht. Geht inhaltlich jedoch leider nicht darüber hinaus.

Mit Resident Evil haben wir schon so einiges erlebt. Angefangen mit DEM Horror-Survival-Game „RE1“, mit, für damalige Verhältnisse, dichter Atmosphäre und einem hohen Spannungsfaktor, bis hin zu Action-Horror-Adventure RE5 und RE6, mit denen der Schwerpunkt etwas anders gesetzt worden war.

Mit RE7 sollte es wieder „Back to the Roots“ gehen, was den Machern tatsächlich auf gewisse Art und Weise auch gelungen ist. Zumindest die beklemmende Atmosphäre ist zurück, aber ansonsten erinnert zunächst nichts an die Vorgängerreihe. Nein, viel mehr fühlen wir uns immer wieder an filmische Werke wie „Evil Dead“, „Blair Witch“ oder verschiedene Backwood-Slasher erinnert, von denen wir einige Elemente zwar gekonnt, jedoch zu stark an ihren Vorbildern angelehnt, umgesetzt vorfinden. Die größte Stärke wird somit leider auch gleichzeitig zur größten Schwäche von RE7.

RE7 ist mehr als Film als ein klassisches Genre-Game ausgelegt. Die Schockeffekte sitzen bzw. passen, wenn besagte Film-Reminiszenz nicht einsetzt. Grafisch ist das erforschbare Gebiet überaus ansprechend, lässt den Spieler tief in die (begrenzte) Welt der bedrohlichen Atmosphäre eintauchen. Technisch ist am Spiel also kein falsches Haar zu finden. Wo es hapert, sind die Inhalte. Zwar kommen wir im Haus über die verschiedenen Stockwerke viel herum, doch bis auf das Haus, den Außenbereich und den recht kurzen Exkursen auf dem Schiffsfrack oder Minenschacht wird dem Spieler eine mannigfaltige Spielwelt, wie sie in den Vorgängern enthalten waren, vorenthalten.

Die Handlung selbst weicht ebenfalls vom gewohnten Erzählstil ab. Zwar erhalten wir immer mal wieder kurze Einblicke und Verweise zu Jill Valentine und kurze Zeitungsartikel in Bezug auf Racoon City, aber es fehlt an traditionellen Elementen, die RE7 als ein Spiel der Reihe erkennbar machen. Es besteht kein Zweifel daran, dass der neuste Ableger mehr als eine Art Spin-Off zu verstehen ist und nichts zur eigentlichen Fortführung der Reihe beiträgt. Ohnehin besteht der Eindruck, dass der Titel „RE“ nur zur Förderung der Absatzzahlen herangezogen wurde und dementsprechend dem Inhalt spärlich „klassische Elemente“ (z.B. Rätsel, Inventar, Virusbezug) hinzugefügt wurden.

Enttäuschend war zudem die mangelnde Charakter- und Gegnervielfalt. Insgesamt gibt es neben zwei Arten von Insekten nur 4 unterschiedliche Gegner, auf die wir Gamer losgelassen werden. Die KI und der Aktionsradius dieser Figuren lässt dabei sehr stark zu Wünschen übrig (z.B.: Manche Gegner ziehen sich zurück, sobald man durch einen Türrahmen geht). Außerdem ist zu bemängeln, dass die Handlung des Games getrost auf einer Restaurant-Servierte niedergeschrieben werden könnte. Die Macher wagen es leider nicht über die gängigen Storytelling-Bausteine hinaus, um ihren Figuren mehr Tiefe und dem Spiel mehr Handlungsräume zu geben. Zudem könnte das auch genau der Grund, warum das 69€ Spiel nach nur 10 Stunden bereits sein Ende findet und wir in den Genuss des Abspannes kommen.

Überaus positiv anzumerken ist, dass die VR Funktion von RE7 der erste wirklich große Schritt und den weiteren Antrieb für das System darstellen könnte. Das Erlebnis ist ein völlig anderes, wenngleich das System selbst als noch zu magenverdrehend zu beschreiben ist. Mit einem kurzen Ausflug mit RE7 in die VR sollte ein noch spannenderes Spielerlebnis als garantiert angesehen werden.

Das Game ist also durchaus solide, verhaart aber an Ort und Stelle, ohne über die Inhalte des Trailers (dort haben wir die Höhepunkte und Orte beinahe alle gesehen) hinauszugehen.

Fazit: Warten bis das Game günstiger wird.

EnjoY.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: -/10
Charakterzeichnung: 5/10
Story: 6/10
Spannung: 9/10
Humor: -/10
Effekte: 9/10
Härtegrad: 8/10
Setting: 10/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: 4/10

Speziell-Game:

Steuerung: 9/10
Ingame-Grafic: 9/10
Sequence-Grafic: -/10
Wiederspielwert: 4/10
Vielfalt-Missionsdesign: 4/10
Laufzeit Hauptstory: 2/10
Nebenmissionen: -/10 (Erscheint Frühling 2017 „Not a hero“)
Eastereggs: 5/10
Synchro: 6/10
Online-Modus: -/10 (nicht verfügbar)
Stabilität/Fehlerfreiheit: 10/10 (keine)
Preis/Leistung: 4/10 (zu kurze Spielzeit, abwarten! 39€ akzeptabel)

Rundum: 7/10 Punkten

Have fun

john-wick-2
John Wick: Chapter 2 – Movie-Game-HD Review

Pkt.: 7,7/10

Vorab: Der Mann. Der Mythos. Die Legende. Ein Schlachtfeld. Eine Gefahr für den Papst?

John Wick is back. Nach dem Überraschungserfolg `John Wick´ (20 Mio. Budget/80 Mio. BoxOffice) von Chad Stahelski aus dem Jahr 2014 gelang Action-Veteran Keanu Reeves ein fulminales Leinwand-Comeback, dass Männerherzen nach vielen Jahren aufgewärmter B-Movie-Kost plötzlich wieder höher schlagen ließ. Dabei hatten anfangs viele beim Betrachten der Rahmenhandlung sofort abgewunken „Da tötet einer einen Hund und klaut ein Auto, deshalb läuft ein legendärer Profikiller plötzlich Amok? …das kann nicht funktionieren.“ DOCH ES KANN. Wenn man John Wick heißt.

Tja, und heute? Jetzt wo die bösen, bösen Buben von damals nun alle das Zeitliche gesegnet haben, was könnte John Wick dazu bringen, erneut aus dem Ruhestand hervorzutreten und nochmal richtig die Sau rauszulassen? Richtig, ein noch böserer Bube sprengt Haus und Hof, verbrennt sämtliche Erinnerungsstücke an John Wick‘s Frau und hält ihm zu allem Überfluss ständig eine mysteriöse Münze mit einem blutigen Daumenabdruck vor die Nase. Nicht gerade originell, aber effektiv im Kontext des Wickyversum. Denn die Etikette des Konglomerates rund um die legendäre Continental-Hotelkette und der hohe Rat selbst nehmen ihre Regeln sehr, sehr ernst. John bleibt also keine Wahl.

Aber nun zum Film selbst. Zugegeben, die Story ist hauch dünn und viel Raum für Charakterentwicklungen bleibt da nicht. Aber mit dieser Erwartungshaltung dürfte ohnehin kein alteingesessener Fan des aufkommenden Franchise im Kinosessel Platz genommen haben. Über die Hintergründe und Motive der Akteure wurden wir durch den Vorgänger bereits „hinreichend“ aufgeklärt, also knüpft die Fortsetzung nahtlos an diese an und zeigt den Protagonisten direkt von seiner besten Seite, auf der Jagd nach seinem Auto. Das als eigenständiger Kurzfilm funktionierende Intro bietet zunächst eine zwar eher mittelmäßig inszenierte Wiederauffrischung der vergangenen Ereignisse, doch mit dem Auftreten des schwarzen Mannes im italienischen Gewand geht das Spektakel dann endlich richtig los. Es wird geschossen, es wir gekämpft, es wir gerockt was das Zeug hält.

Beinahe am laufenden Band werden wir von einer spektakulären Kampfsequenz in die nächste katapultiert. Die augenschmeichelnden Gun-Choreographien sind dabei zugleich beeindruckend in Szene gesetzt, von den Darstellern mit viel Liebe zum Detail elegant ausgeführt wie auch von der Kamera perfekt eingefangen. Die stellenweise wackeligen Kamerabilder fügen sich gut in das hektische Grundgeschehen ein, aber vordergründig wird der Fokus darauf gelegt, Geschwindigkeit und Präzision eher mittels ruhigerer Kameraführung einzufangen. Zudem lernen wir neben vielen bekannten und beliebten Nebenfiguren, wie Winston (Ian McShane, wir glauben ja immernoch, dass es sich hierbei um John Wick’s leiblichen Vater handelt), Charon vom Empfang oder dem loyalen Autoschieber Aurelio eine Vielzahl neuer jedoch eher platte Charaktere kennen, welche die nebulösen Hintergründe rund um den Attentäter-Clan abzurunden versuchen. Einige, wenn nicht sogar der Großteil, sind dabei eher überflüssiger Natur und dienen eher der notdürftigen Befüllung sogenannter Plot-Holes und buchstäblich als reines Kanonenfutter.

Wir waren erstaunt, dass es neben Rambo 3 und 5 sowie Shoot ’Em Up wieder mal ein Film geschafft hat, binnen 120 Minuten einen noch höheren Bodycount jenseits von Gut und Böse zu generieren, dass einem schon beinahe schwindelig werden kann. Wir schätzen mal, dass Sage und Schreibe mind. 150, wenn nicht sogar 200, sichtbare Einzelexekutionen in den Film Einzug gefunden haben, sei es durch den Einsatz von Schusswaffen, Messer, Fahrzeuge oder einfach mittels eines simplen Bleistifts. Wenn John Wick Hand anlegt, müssen Beerdigungsinstitute womöglich gleich auf mehrere Leiharbeitsfirmen gleichzeitig zurückgreifen, um den riesen Leichenberg hinter ihm wegräumen zu können. Spektakulär. Auch in Sachen Gewaltgrad hat sich einiges getan und zusammenfassend kann gesagt werden, dass im Kontext der dargebotenen Szenen die FSK 18 durchaus legitim erscheint.

Was lässt sich abschließend über das Erlebnis sagen: Der mit 7.1 Dolby Surround einbrechende Orkan der Ein-Mann-Armee John Wick hat enormen Spass gemacht. Im Vergleich zum direkten Vorgänger kann gut und gerne festgehalten werden, dass beide Teile sich durchaus, auch mit leichten Abweichungen in den inszenatorischen Schwerpunkten, auf Augenhöhe begegnen. Wo der eine an der einen oder anderen Stelle mehr Storyelemente und Tiefe zu bieten hatte, hat der andere wiederum in Humor und Grazie mehr punkten können. Die Waagschale ist also durchaus ausgewogen, die Beweisführung damit abgeschlossen. Das Ende verspricht zudem ein baldiges und zugleich überaus spannendes Wiedersehen mit unserem Anti-Helden, der (ohne spoilern zu wollen) es nun echt noch durch eine zweifelhafte Dummheit geschafft hat, tatsächlich die gesamte Unterwelt gegen sich aufzubringen.

Fazit: Ein handwerklich solides Erlebnis mit zynischem Humor für gesundes Erwachsenenkino. Fans werden voll auf ihre Kosten kommen und sich nach Chapter 3 und der geplanten Serie zur Vorgeschichte die Finger lecken. Also Arschbacken zusammen, Platz nehmen und sich berieseln lassen.

Ihr steht auf weitere Wick(y)-Leaks rund um John Wick 3?

——– John Wick: Chapter 3 ——–
https://www.facebook.com/events/174911016330771/

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 9/10
Charakterzeichnung: 6/10
Story: 6/10
Spannung: 9/10
Humor: 7/10
Effekte: 8/10
Härtegrad: 8/10
Setting: 9/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: 6/10

Rundum: 7,7/10 Punkten

HaVe FuN