wes moriarty, geboren '84 in Deutschland autor von Evil Jokes - Season 2 (2026) Black Blood (2024) Evil Move (2020) Evil Jokes - Season 1 (2019) Four Letters (2017) Natural Instincts (2016)

Scream (2022) – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 7,7/10

Was war das für ein Zittern. Was war das für ein Bangen. Ein neuer „Scream“, der mit dem grandiosen Erstling – dem Original – ein wahrlich schweres Erbe anzutreten hat. Zum vierten Mal. Doch diesmal ohne Altmeister Wes Craven, der das Horror-Genre immer wieder neu geprägt oder wiederbelebt hat. Bekommen sie es hin? Vergeigen sie es? Welche Regeln gelten nun in einer Pentalogie im Jahre 2022? Sind die alten Regeln anwendbar oder muss das Genre gar gänzlich neu erfunden werden? Wuhaaaa, spannend.

Aber erstmal ganz von Vorne. Grundsätzlich hält sich Scream würdevoll an seine(n) Vorgänger(n). Beinahe mit chirurgischer Präzision zitiert Scream 5 das Original, ohne dabei als billige Kopie rüberzukommen. Und das ist wichtig, denn niemand möchte es sich schließlich mit dem Original verscherzen. Man wird auch als Neueinsteiger recht schnell abgeholt, in das Franchise eingeführt und dauerhaft damit bei der Stange gehalten, indem man immer wieder Infos streut, Bekanntes erklärt und die Vergangenheit um Neues erweitert. Angefangen bei den Figuren, von denen wir Einige bereits kennen und lieben gelernt haben. Da braucht es doch eigentlich schon recht starke Argumente, diese zurück ins Spiel zu holen, ohne dass es für den Zuschauer zu unglaubwürdig rüberkommt. Oder gibt es vielleicht eine gänzlich neue, weibliche Ikone am Horizont, die im Franchise zukünftig das Zepter neu aufnehmen wird? Wer weiß, wer weiß. Denn was wir aus dem Trailer wissen, der an manchen Stellen vielleicht schon für nervöse Zumutungen gesorgt hat, ist: Alles ist inzwischen möglich. Und genau mit dieser Erwartungshaltung bin ich gestern in den Film rein und möchte mit euch dieses Erlebnis als Fanatic-Fanboy teilen:

Grundrahmen & Handlung:

Wenn man Scream 5 in wenigen Worten erklären müsste, dann würde ich sagen: Scream 5 ist eine Mischung aus Scream 1 und Scream 4, der die Zwischenteile größtenteils ignoriert. Der Fokus liegt bei den Schicksalen und Nachkommen jener Figuren die nach gut 25 Jahren noch immer in Woodsboro leben. Wie es bei Fortsetzungen von Kult-Reihen in der Neuzeit so üblich ist, wird für die Neuverfilmung viel Wert auf Nostalgie gelegt. Auch im Film selbst fallen Begriffe wie „Premake“ oder „Legacyquel“, die ganz gut beschreiben, wie Scream 5 eigentlich selbst gerne gesehen werden möchte. Doch es braucht eine Zeit, bis alle Charaktere auf Startposition gebracht sind und das Rätselraten beginnen kann. Das zeigt sich durch die Präsentation altbekannter Schauplätze, die wiederauflebenden Geschichten & Figuren, die an jenen Orten routiniert agieren, aber vor allem auch bei der Selbstironie, mit der brenzligen Situationen begegnet wird. Vor allem bei Situationen, deren Ausgang man eigentlich noch ganz anders in Erinnerung hat. Die Story selbst hält dabei durchaus einige Überraschungen parat, macht aber auch in entscheidenden Punkten leider ein paar echt grobe Fehler. Denn zum Schlitzen greift Scream 5 oftmals auf Ockhams Rasiermesser zurück, denn der/die Killer ist/sind für findige Ermittler leider schon recht schnell identifiziert. Aber alleine die Eröffnungsszene lässt Fan-Herzen direkt zu Beginn wahrlich höherschlagen. Ein Mädchen alleine zu Hause, das Telefon, die Stimme des Killers, ein Rätsel-Spiel und am Ende liegt irgendjemand blutend am Boden. Alle Spannungselemente solide in Szene gesetzt und mit einer Spur neuzeitlichem High-Tech Smartphone-Bling-Bling gespickt. Von allem ist etwas dabei. Hier wird Fan-Service auf hohem Niveau betrieben. Überzeugend als Wiederbelebungsversuch gelungen und keineswegs schlecht geklaut. 

Gore & Crime:

Auch wenn die Morde recht „einfach“ gehalten sind, so waren sie in ihrer Darbietung für eine FSK 16 Freigabe schon sehr beachtlich und grenzwertig. Das Blut fließt literweise und es wird wirklich schonungslos geschnetzelt und geschlachtet. Besonders die Tode der männlichen Figuren waren überaus brutal. Der Verzicht auf ausgefallene Tötungsszenen (wie in Scream 3) kommt dem Film aber allein deswegen zu Gute, dass Ghostface hier in allen Situationen nie den Anschein erweckt, ein Übermensch zu sein. Gore-Fans werden also ihren Spaß haben. Das Raten um den potentiellen Killer machte hingegen weniger Spaß, was mir und meinem Begleiter recht übel aufgestoßen war. Wir vermuten, dass die Macher auf eine etwas andere Strategie gesetzt hatten, die am Ende nicht aufgehen wollte. Aber mehr wollen will ich dazu nicht preisgeben, um euch nicht den Spaß zu verderben. Das große Finale konnte – trotz schwächerem Motiv für die Verbrechen – dann hingegen wieder punkten und wusste durchaus zu gefallen. 

Memory & Fazit:

Das Erbe war schwer, doch durch den Tod von Wes Craven unausweichlich. Und es war schön mit anzusehen, wie sie „Wes“ immer wieder im Film eingebaut haben, um an sein Vermächtnis zu erinnern. Ich finde, die Macher haben ihre Sache wirklich alles in allem sehr gut gemacht: Altes gekonnt zitiert und neue Ideen solide eingebracht und mit frischem Wind versehen. Dennoch sehe ich Scream 5 – trotz vieler Parallelen und Bezüge zum ersten Teil – nicht gleichauf mit Scream 1, sondern aufgrund seines strukturellen Aufbaus mehr auf Höhe von Scream 4. Und auch, wenn man sich vieler Elemente aus Dexter, Once Upon a Time in Hollywood und anderer Werke bedient hat… es war ein gelungener Filmabend. 

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 8/10
Charakterzeichnung: 8/10
Story: 7/10
Spannung: 8/10
Humor: 5/10
Effekte: 8/10
Härtegrad: 9/10
Setting: 8/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: 7/10

Rundum: 7,7/10 Punkten

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„IT“ – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 8,7/10

Man konnte ES in der Vergangenheit nicht oft genug sagen: ES mit einem Remake zu versuchen, ist ein aufgrund der ErfolgsgESchichten der Vergangenheit durchaus gewagtES Spiel. ES hätte ja auch schließlich so viel schiefgehen können. Aber ist ES das vielleicht am Ende? Wir nehmen die Spannung mal vorweg: definITely NOT !!!

ES ist einfach anders. Anders als man zu Beginn denken bzw. vermuten mag. bESser als befürchtet… bESer als gedacht… ES im neuen DESign macht einfach nur eins: SPASS. Moderner. Linear. Böser. Vielleicht sogar etwas zugänglicher als das zweiteilige Original von früher. Mit gerade mal einem Budget von „nur“ 35 Mio. Dollar ist ES Andrés Muschietti gelungen, eine atmosphärisch so dichte Struktur zu schaffen, dass der Zuschauer beinahe in Wellen emotional zunächst sanft wiegend abgeholt, schwungvoll erheitert und dann wieder rücksichtslos fallen gelassen wird. Zu Deutsch: ES ist ein abwechslungsreicher Gefühlstrip der Superlative und damit wirklich schon mehr als „nur“ ein konventioneller Horrorfilm, der für den schnellen Dollar nur versucht im Fahrwasser dES Original mitzuschippern. ES ist eine neue Welt. Eine gelungene, eigenständige Interpretation von Figuren, Schicksalen und Entwicklungen, die genauso überraschend wie auch unvorhersehbar daherkommt. Einfach Spass auf ganzer Linie.

Grundsätzlich kann man sagen, dass das 135 Min. lange Lichtspielwerk das ESsentielle, nein, das Maximum aus Stephen King‘s literarischer Vorlage herausquetscht und dabei nie versucht, zu viel der über 1.000 Buchseiten langen Handlung blind hineinzuprESsen. ES gab, wenn wir mal wirklich ehrlich sind, in dem TV-Zweiteiler der 90er durchaus schon die eine oder andere künstliche Überlänge, die weit von dem Prädikat „wertvoll“ entfernt ist. „IT“ mit Tim Curry ist und bleibt ein Kultfilm, keine Frage. Aber erinnern wir uns wirklich gerne an ihn, weil Beverly oder Stottert-Stan ständig rumheulen? NEIN. Nur eins ist wirklich haften geblieben: Nur einer ist für den Kult letztendlich verantwortlich. Nur einem haben wir neben Stephen King selbst das dauerhaft anhaltende Unbehagen Gefühl, wenn wir einen Clown sehen… den wir lieben und hassen zugleich: wir erinnern uns wegen ihm… der Präsenz Pennywise… Tim Curry‘s einprägsame Darstellerleistung als Killer-Clown mit dem bösartigsten Lächeln der FilmgESchichte… Ein wahrer Lippenakrobat, möchte man meinen, welcher die Wahrnehmung von Clowns wie Ronald McDonald vollkommen auf den Kopf gEStellt hat. Aber bleibt Tim Curry nun dEShalb für immer unerreicht?

Wenn man mich jetzt fragen würde, welcher der beiden Clowns (Tim Curry oder Bill Skarsgård)  das Rennen machen würde, könnte ich nur sagen: ES ist ein Kopf an Kopf-Rennen. Curry‘s Interpretation ist weder bESser noch schlechter. Sie war anders. So wie ES die Neuinterpretation ebenfalls ist. Beide sind sich so gleich und doch so unterschiedlich. Der modernere Clown ist härter. Er tötet brutaler. Der Terror ist greifbarer und spielt sich nicht, wie bei Curry, im Verborgenen unserES VerstandES ab. Die Schockeffekte zeigen Präsenz, sie sitzen, sie passen, der Gewaltgrad angESichts dES 16er-Ratings in Deutschland erscheint überraschend grenzwertig. Der Clown ist für so manchen derben Shocker gut und kann mit seiner naiv-kindlichen Art immer wieder echte Gänsehaut verursachen. Er ist einfach anders. ES ist anders. Auf seine Art perfekt, aber anders.

Und was ist mit dem RESt? Was, außer dem Clown, hat ES zu bieten? ZumindESt mal einES: Großartige Darsteller. Ich behaupte mal, dass man niemand bESseren als  Bill Skarsgård für diESe Form der Interpretation hätte finden können. Überzeugend, Weltklasse gESpielt. Auch die (Kinder-)Darsteller machen ihre Sache mit einer derart großen Liebe zum Detail… spielen so hervorragend, dass einem jedESmal, wenn Piep-Piep-Ritchie oder Beverly Marsh die Bühne betreten, das Herz aufgehen möchte. In einer Welt, in der eher die Erwachsenen augenscheinlich die wahren verzogenen Kinder und als eine der Wurzeln allen Übels präsent sind, in der das Erwachsenwerden als brutale Prüfung verstanden und mit vielen Problemen behaftet wird… genau hier greift das Element dES Dramas tief nach der Seele der Zuschauers und lässt ihn allES um ihn herum vergESsen.

Und gerade das sind meiner Meinung nach die Stärken dES Neuen. Die Achterbahn der Emotionen. ES kommt zu einem regelmäßigen Schlagabtausch der GenrES. Zwischen Drama, Horror und… ACHTUNG… kein Scheiß jetzt, pubertäre, schwarze Komödie. 😂 Eine der größten positiven RESonanzen, die ich im Kino live miterleben durfte. ES wurde gelacht, ES wurde gESchrien. Jeder Spruch sitzt. Interne Seitenhiebe werden perfekt platziert, sowohl offensichtliche als auch jene im Verborgenen. Wir spoilern mal ganz leicht, aber wer im Film aufmerksam und genauer hinsieht, wird schnell erkennen, unter welchem Dach ES immer zuhause sein wird. Dass eine Hommage und ein Easter-Egg nicht immer das Gleiche sind wird ebenfalls mehr als nur einmal deutlich. ES fühlt sich einfach allES richtig an. Allen voran Piep-Piep-Ritchie, der, neben Pennywise selbst, beinahe allen die Show zu stehlen scheint. Während Pennywise primär das personifizierte Böse trägt, und mit einer ganz eigenen Note versieht, sind ES im Dramabereich Beverly March und komödiantisch eben Ritchie Rich. 😁 ALLES WAHRE KRACHER !!! Und man möchte wirklich den Hut dafür ziehen, wie zufrieden ich als Zuschauer war.

So, man könnte noch soooo viel sagen und preisen, aber das muss erstmal ausreichen, um euch anzuheizen und jedwede Bedenken zu nehmen ins Kino zu hecheln. Stellt euch nicht die Frage, welcher Film bESser ist oder ob ihr am Ende vielleicht enttäuscht sein werdet… NEIN. ES ist halt anders. ES ist hart. ES ist was ES ist. ES ist deine Chance im Kino mal wieder so richtig, richtig gut unterhalten zu werden. VergESst meine Worte nicht: See IT and you‘ll float.

P.S. Ein Directors Cut wurde bereits für die Heimkinoauswertung angekündigt. Mal gESpannt, welche HärtESpitzen noch oben draufgelegt werden. 😀

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 10/10
Charakterzeichnung: 8/10
Story: 8/10
Spannung: 8/10
Humor: 8/10
Effekte: 10/10
Härtegrad: 7/10
Setting: 10/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: -/10 (da Remake keine Wertung)

Rundum: 8,7/10 Punkten

 

Dunkirk Review - Movie Game HD

Dunkirk – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 7,8/10

„Wer erwartet, Erwartungen erfüllen zu müssen, erwartet auch die eine oder andere Enttäuschung…“ – ausgedacht, 05.08.2017

Mit der Zeit ist das so eine Sache. Für normale Menschen verläuft sie linear, doch Cineasten wissen es in Wahrheit besser. Filme. Sie erlauben es jede noch so fantastische Welt zu erschaffen, Irreales real erscheinen zu lassen und dabei immer die Gültigkeit alles Bestehenden in Frage zu stellen. Sie umgehen Naturgesetze, jeden Moralkodex, Religionen und zumeist auch jedweden Glauben an die eine, die perfekte Welt. Alles ist also möglich. Genauso auch bei den Werken von Christopher Nolan (Batman: The Dark Knight, Interstellar Movie).

Nolan ist derzeit jenes Ausnahmetalent, das es schafft, jede noch so verzwickte Geschichte zugleich ruhig wie auch mitreißend in Szene zu setzen. Sowohl große Panoramaaufnahmen, in denen erschöpfte Titelhelden ihrem unausweichlichen Schicksal entgegenblicken, ein schlichter, jedoch thematisch, substantiell perfekt durchorganisierter Soundtrack als auch emotional packende Charaktere gelten als die Markenzeichen eines der begabtesten Künstlers unserer Zeit. Und ganz klar, Dunkirk ist diesbezüglich ein neuer Meilenstein für die Filmgeschichte. Technisch ein Meisterwerk, keine Frage. Allein die Soundkulisse ist so überwältigend, erzählt beinahe eine eigene Geschichte in der Geschichte, dass allein sie jedes Kinoticket wert ist. Komplettiert wird das ganze durch die ständig adrenalinfördernden, seicht-aufstimmenden Musikeinlagen seitens Hans Zimmer. So intensiv, dass sich einem die Nackenhaare aufstellen. Wahnsinn.

Da ist es geradezu schade, dass man, über die Slogan der Werbebanner hinaus, kaum neue inhaltliche Informationen transportiert. Denn auch wenn dem Zuschauer Sage und Schreibe ganze drei Handlungsstränge parallel präsentiert werden, die am Ende zu einer Speerspitze des Geschehens zusammenlaufen, wird über die Figuren und auch das geschichtliche Mahmal wenig bekannt. Man kann darüber streiten, ob das Fernbleiben deutscher Soldaten, einer tiefergehenden Beschreibung der agierenden Figuren, eines kleinen Tropfen Blutes oder gar einer inhaltlich füllenden Erzählweise aufgrund des hohen, geschichtlichen Hintergrunds negativ angehaftet werden kann oder man das Ganze eher als einen raffinierten Trick einer gelungenen, monumentalen Momentaufnahme feiern sollte. Das muss der Zuschauer für sich selbst entscheiden. Wir können uns da innerhalb dieser Bewertung nicht wirklich festlegen.

Was wir aber sagen können ist, dass der Film im Kino ein brachiales Erlebnis ist. Auch wenn gefühlt nicht viel geschieht, geschieht es doch mit solch einer Intensität, dass man niemals die Augen abwenden möchte. Nolan liefert einen spannenden Film, der sich mit knapp 100 Minuten zwar kurz liest, aber sich niemals so anfühlt. Man steigt sofort ein, wird gefesselt, wird unterhalten und nachdenklich gestimmt. Man ist einfach mittendrin. Bis zu jenem Moment am Ende, an dem man widerwillig aus einem zuvor packenden Szenario gerissen wird und sich des Faktors „das ist nur ein Film“ sofort schlagartig bewusst wird. Nicht durch das Erhellen des Kinosaals, nicht durch das dunkle Schwarz des Abspanns. Nein. Es sind die wenigen letzten Minuten davor, die etwas eher unpassend, nein, gar gänzlich fehlplatziert daherkommen. (Achtung, Spoiler zum Ende). Der Moment, in dem sich eine einzelne Messerschmitt Bf 109 auf ca. 100.000 flüchtige Soldaten zubewegt und, dem Gesicht des Führungsoffiziers zufolge, den ganzen Krieg für sich entscheiden und die Wende für die deutschen Streitkräfte bringen wird. Wir mussten schon etwas lachen, wie viele Hände der Zuschauer über die Gesichter geschlagen wurden, als dann noch im direkten Anschluss ein spritloses, britisches Flugzeit im Segelflug das damals wendigste Flugzeug der Welt kurz vor dem sicheren Absturz präzise mit der Maschinenpistole abschießt und so den Strand schlussendlich doch vor dem „sicheren“ Untergang bewahrt. Es wurde im Kinosaal gelacht, stellenweise bricht unter den Leuten Empörung aus, was das jetzt ausgerechnet am Ende, nach solch einer glanzvollen, realistischen Darbietung, tatsächlich noch aussagen sollte. War das nun Pathos? War es nur ein Fehlgriff? Eine Hommage an die Unverwüstlichkeit eines Tom Hardy? Wir zumindest fanden es mehr als peinlich und hat zumindest uns in unserem Endeindruck stark negativ beeinflusst.

Fazit: Ein innovatives, technisch genial inszeniertes Werk, dass die Schicksale einiger Weniger gut in den Mittelpunkt rückt, aber leider vieles des drum-herum unberücksichtigt lässt. Ohne den Informationsgehalt der Werbesprüche (Evakuierung von 400.000 Soldaten, mehr erfährt man eigentlich nicht) hätte die Handlung in jedem Kriegsszenario Platz finden können, was somit keinen wirklichen Bezug zu diesem einen wirklichen Ereignis oder dem Ort Dünkirchen zulässt. Trotzdem lieben wir den Film für seine gelungenen Schritte in Richtung subtilem, audiovisuell anspruchsvollem Storytelling, der wie kein anderer Film mit nur wenigen Dialogen verdammt gut auskommt und vieles mit seinen Bildern in Bewegung hält. Doch mit Verlassen des Saals bleibt irgendetwas unerfüllt. Wir hatten das Gefühl, dass etwas fehlt. Eine letzte Note, ein haftender Gedanke. Vielleicht braucht dieser noch etwas Zeit. Eine Zweitsichtung im heimischen Wohnraum. Mindestens ein bis zwei Oscars. Aber mit der Zeit ist das ja bekanntlich immer so eine Sache.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 10/10
Charakterzeichnung: 6/10
Story: 6/10
Spannung: 9/10
Humor: -/10
Effekte: 10/10
(Sound: 10/10)
Härtegrad: 4/10
Setting: 10/10
Soundtrack: 10/10
Twist-Rating: 3/10

Rundum: 7,8/10 Punkten

HaVe FuN

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Fast and Furious 8​ – Movie-Game-HD​ Review:

Pkt.: 4,9/10

Vorab: Pure Actionbombe, aber absolut dämlich und mit hohem Fremdschämfaktor dank unfreiwilliger Komik.

Beinahe jedes zweite Jahr ist es immer wieder ein Genuss, wenn ein neuer The Fast and the Furious (film series)​-Ableger in die heimischen Kinos kommt. Die Einen tun sich leicht mit der Entscheidung ins Kino rennen zu müssen, die anderen haben bereits bei der Ankündigung des Releasetages mörderische Kopfschmerzen. Noch schwieriger ist es dann auch noch, das neue, rekordbrechende Meisterwerk anschließend objektiv und unvoreingenommen zu bewerteten… verflucht schwierig.

Denn die Filme sind mittlerweile nur noch eins: ÜBERLADEN. Vin Diesel​, Dwayne The Rock Johnson​, Jason Statham, Kurt Russell​, Michelle Rodriguez​ und, und, und… Jeder mal Feind, dann Freund, dann wieder Feind, dann Familie, dann Trainingskumpel, dann Schwager mütterlicherseits – dritten Grades, dann mal nur eine Taube auf dem Dach. Es ist einfach nur noch anstrengend. Gleiches gilt für die Locations, die ewig dämlichen Möchtegern-Cool-Sprüche auf Kindergarten-Niveau immer mit breitem Grinsen im Gesicht. Muskeln statt Hirnschmalz und eine ordentliche Portion Action, lautet die Devise, die in einem unrealistischen Umfeld in einem noch unrealistischeren Plot sämtliche Naturgesetze auszuheben scheint. Kostprobe gefällig? Also dann:

Wusstet ihr, dass sämtliche motorbetriebenen Fahrzeuge dieses Planeten mittels eines Hacks allesamt zu selbstfahrenden Autos mit gleicher PS-Anzahl alla Transformers mutieren und selbstständig in einer Stadt Jagd auf Menschen machen können? Nein? Wir auch nicht. Bis F&F 8 ohne Blinker um die Ecke kam. Wir wussten übrigens auch nicht, dass ein Wagen 5.000 PS haben kann und ein Fahrer zu einer Art Gott des Getriebes und Motoöles so dermaßen verherrlicht werden kann, wenn man nur mit Hilfe eines Lenkrades und Rückwärtsganges kinderleicht Wagen durch die Lüfte werfen kann? Glaubt ihr nicht? Doch, nach Fast and Furios 8 ist das nicht nur absolut möglich, nein… alle Beteiligten haben auch bei sowas tierischen Spass dabei. Netter Move in Richtung Aufklärungsarbeit für unsere junge Gemeration. Und dann wieder sowas wie U-Boote, die durch meterdickes Eis brechen, millionenschwere Fahrzeuge unter Vollgas einholen können. Menschen, die IN ein Flugzeug durch die Heckklappe reinspringen und sämtliche Bösewichte im Alleingang plattmachen. Von Diesel, der mit einer Rostlaube mit maxy 20 PS das sagenumwobene schnellste Gefährt der Welt abzieht… AHHHHHHHH… nein, es ist nicht leicht.. es ist einfach nur dämlich…

Ich mach es kurz: Also, die Handlung ist leicht zu bewerten, es gibt nicht wirklich eine. Es gibt ein Baby. Es gibt einen Auftrag, der übliche Familienquatsch und ständiges Grinsen von hochkarätigen, womöglich überbezahlten Darstellern. Das CGI ist überraschenderwise insbesondere in der Stadtszene diesmal auch nicht wirklich gut, was bitter angesichts des gepriesenen, hohen Budgets wirklich billig daherkommt. Und Mann, die Sprüche gehen mal garnicht. Als ob Kindergartenkinder versuchen würden, sich über die Möglichkeiten der Astrophysik zu unterhalten. Nur dass es hier nicht um Astrophysik sondern nur um Alltagsthemen geht. Dumm, Dümmer… F&F… Nervig.

Fazit: Milliardenschwerer Hirntot. Doch der Erfolg spricht eine andere Sprache. Action gibt es am laufenden Band, doch die Ermüdung setzt recht schnell ein.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 4/10
Charakterzeichnung: 3/10
Story: 4/10
Spannung: 6/10
Humor: 5/10
Effekte: 7/10
Härtegrad: 4/10
Setting: 8/10
Soundtrack: 6/10
Twist-Rating: 2/10

Rundum: 4,9/10 Punkten

HaVe FuN

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Beauty and the Beast​ (2017) – Movie-Game-HD​ Review:

Pkt.: 7,2/10

Vorab: Ein traumhaftes Märchen, dass qualitativ hochwertige Performance bietet, aber nicht ganz an das Original heranreicht.

Disney Filme sind schön. Das wussten Oma und Opa, das wusste Mama und Papa und auch der letzte Hinterwäldler im Amazonasbusch wird sich dieser Wahrheit nicht verschließen können. Aktuell erfahren wir durch das Hause Disney​ einen Haufen Realverfilmungen, die aufgrund des momentanen Standes der Technik „alte“ Freuden „neu“ aufleben lassen. Und das birgt sowohl Vor- wie auch Nachteile, denn ein „Remake“ wird sich immer mit dem Original messen lassen müssen. Und dieses Rennen hat, aus unserer Sicht, Die Schöne und das Biest (2017)​ leider gegen das Original verloren. Warum? Nett, dass ihr fragt:

Zum Einen war der Zeichentrickfilm als erstes da. Damit war es dem Original also nicht vergönnt, seinen magischen Zauber in alle Herrenländer zu tragen und eine innovative wie auch zugleich neuartige Erzählung ins Leben zu rufen, die sein Publikum direkt in seinen Bann ziehen sollte. Es ist neu, frisch, frisch, die Figuren wundervoll und detailverliebt umgesetzt. Und hier kackt das Remake leider bereits etwas zu sehr ab. Denn die Realverfilmung ruht sich, anders als beim spannenden und meisterlich umgesetzten Das Dschungelbuch (2016)​, ein wenig zu sehr auf der Vorlage aus statt neues zu versuchen oder eine frische Abwandlung einzubauen. Wir erinnern uns nun mal leider alle noch an den Kerzenständer, die Teekanne und die rote Rose hoch oben im Turm, die ihre Blätter verliert und so den Fluch für die Ewigkeit bereithält… bla… bla… bla… Das hat uns das Original doch alles schon gezeigt… Warum also eine direkte 1:1 Kopie, die sich überwiegend nur mit schönen CGI-Effekten hervortut, zwar beeindruckende Darsteller präsentiert, aber eben nicht den Mut für neue Dinge aufbringt?!? Eigentlich hätte der Film auch „Emma Watson​ & the Beast“ heißen können. Es wird schnell klar, auf wen der Fokus des Films liegt und dass das Biest irgendwie immer häufiger in den Hintergrund zu rücken scheint.

Es ist zwar schön Emma Watson als singende Protagonistin beobachten zu können, die zwar hervorragend spielt, aber stellenweise auch ein wenig zu sehr dem „Overacting“ verfällt.

Fazit: Das Original ist unserem Empfinden nach einfach liebevoller und mystischer gestaltet und hat durch seine liebevolle und warme Art jahrzehntelang Herzen erobern können. Bis heute. Leider. Denn von diesen Gefühlen profitiert dieses Remake leider etwas zu sehr.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 8/10
Charakterzeichnung: 9/10
Story: 8/10
Spannung: 7/10
Humor: 2/10
Effekte: 9/10
Härtegrad: 2/10
Setting: 9/10
Soundtrack: 10/10
Twist-Rating: 2/10

Rundum: 7,2/10 Punkten

HaVe FuN

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Alien:Covenant – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 6,3/10

Vorab: Entmystifizierung eines Kult-Klassikers. Leider nur als einziger, beängstigender Fremdkörper in dem uns bekannten Alien-Universum missglückt.

Nein, wir verdammen Alien: Covenant nicht zum Totalausfall der Filmgeschichte, aber als wir das Kino betraten waren wir voller Hoffnung und voller Erwartungen, die leider bitter enttäuscht wurden. Über Alien brauchen wir nicht viel zu sagen. Die Reihe gehört zum traditionellen Kulturgut unserer Generation und wird noch Lange junge Cineasten und neugierige Filmwissenschaftler für sich erobern und begeistern können. Covenant ist ein ähnlicher Erfolg allerdings nicht zu prognostizieren, da er für ein anspruchsvolleres Publikum und besonders aufgrund seines Vorbildes mehr falsch als richtig gemacht hat, obwohl er gerade noch solide für Spannung und Unterhaltung sorgt. Das Problem dabei ist, wenn man ein derart schweres Erbe fortzuführen gedenkt, allein die Absicht darüber verfolgt, dann ist es wichtig, sich der Wurzeln des Erfolges behutsam anzunehmen und Vorsicht walten zu lassen, was und in welcher Portionierung dem Zuschauer zuzumuten ist. Angefangen mit dem perfekten Organismus, der nicht immer zu sehen war, aber die Ängste seiner Beute bis zum Maximum auslotete. Die dichte Atmosphäre in einem gewaltigen wie zeitgleich beengten Raum, der keinen Ausweg aus dem anhaltenden Horror geboten hatte. Die pure Verzweiflung und ein erbarmungsloser Gegner. Purer Horror eben. Mit Ridley Scott, als inszenatorischer Schöpfer und Mitbegründer der Saga, hatten wir da eigentlich keine Bedenken. Ein nicht vorhersehbarer Fehler, wie sich herausstellen sollte. Denn gerade seine Mitwirkung wirft angesichts des präsentierten Ergebnisses leider mehr Fragen wie Antworten auf. Warum? Warum nur so?!?!

Zugegeben: Prometheus war anständig, nein, er war sogar als Stand-Alone wirklich gut. Wir empfanden den Ansatz der beschriebenen Vorgeschichte als sehr wagemutig und geglückt. Dennoch mögen viele diese neue Vision als Teil der Reihe dennoch nicht, weil er eben nur wenig mit den oben bereits erwähnten Wurzeln gemein hatte. Aber seis drum, seis drum… egal, nun geht es um Alien: Covenant, der hier als eine Art Brücke zwischen beiden Filmen fungiert (spielt 18 Jahre vor dem ersten Alien Film). Paradox, denn gerade jetzt hätten wir hier nun den berechtigten Aufschrei erwartet und sogar wirklich nachempfinden können… denn der neuste, vielerseits hochgelobte Ableger kann wirklich befremdlicher kaum sein. Daneben ist es geradezu gruselig, dass es absolutut nicht vorhersehbar war wie vorhersehbar dieser Film am Ende werden würde.

Android David (Michael Fassbender) hat die zum Ende von Prometheus eingeleitete Reise zu den „Schöpfern“ überstanden und kurz darauf einen einmaligen Götterkomplex entwickelt, den wir gleich zu Beginn des Film, trotz des stimmungsvollen und philosophisch ansprechenden Prologes geradezu mit Gewalt aufgedrängt bekommen. Schon hier wird mehr als klar, ohne überhaupt irgendwelche Infos oder die Inhaltsangabe gelesen zu haben, wie Einleitung, Mittelteil und Schluss aussehen werden. A läuft auf B zu, wird infiziert, B bekommt ein Alien, C sucht A um B zu retten, X-Y haben eine Idee, wie K-R gestorben sein könnten, weil G das Kommando übernimmt und mit L verheiratet ist, weil F die Katze aus dem Fenster geworfen hat. Klingt das spannend? Klingt das cool? Eigentlich nicht. Na gut… vielleicht das mit der Katze… aber… Ein Klischee reiht sich an das Nächste und das ist etwas, was man nie auch nur ansatzweise von einem Alien-Film erwarten konnte.

Der Film ist in diesem Kontext deswegen umso kritischer zu sehen, weil er eine Sache mal so richtig und gehörig falsch macht. Alien entmystifiziert eines der größten Rätsel, die rund um die Herkunft der Aliens über Jahrzehnte hinweg minutiös und dabei beinahe beiläufig gesponnen wurde. Das Kernelement über das Fans jahrelang rätseln durften und ständig ihre Fantasie aufs Neue anregte. Und was dem Ganzen schließlich die Krone dann aufsetzt, das Fass zum Überlaufen bringt, ist das mehr als enttäuschende wie auch banale Ergebnis. KURZER SPOILER (David ist der Schöpfer der uns bekannten ALIEN-Rasse. Er entwickelt mittels der DNA den für ihn „perfekten Organismus“ und möchte als Schöpfer seiner Rasse neuen Lebensraum geben.). WTF. WAS? Wieso? Was soll das? SPOILER ZU ENDE. Und gelingt ihm das? Ja klar… Denn auch das Ende, wer am Ende das Raumschiff betritt, der die Blockhütte vielleicht oder vielleicht auch nicht am See errichten wird, ist sowas von vorhersehbar, dass es einem schon mehr oder weniger wehtun könnte. Hier wird der Zuschauer beinahe eine wirklich niedrige Intelligenz unterstellt, die fast schon an einen persönlichen Angriff grenzt. Es wurde mit großen Namen gehypt, es wurde versprochen und gehalten wurde am Ende fast nichts. Warum James Franco in den Credits überhaupt eine Erwähnung gefunden hat ist dabei ebenso fraglich wie verstörend, da seine weniger aktive Rolle und Präsenz absolut keinen Zweck erfüllt hat.

Naja, was war nun gut? Ach ja, die Effekte sind wiedermal hervorragend. Aber das zu loben ist angesichts der modernen Technik lange schon kein ausschlaggebendes Argument mehr. Erhofft hatten wir uns einen spannenden und adrenalinfördernden Sci-Fi-Horror-Kinoabend, der letztendlich leider trotz einiger hübschen Querverweise nur in altbekannte Muster bekannter B-Bausteine des Storytelling verfallen ist. Dabei tun sich leider auch vermehrt Logiklücken auf, die das Filmerlebnis mittendrin ebenfalls schmälern und das eine oder andere Fragezeichen in unserem Gesicht hinterlässt. Tut euch bitte, bitte vor allem einen wichtigen Gefallen: Ignoriert die Alien Vs. Predator Reihe vollständig oder ihr werdet am Ende womöglich an eurem Verstand zweifeln.

Fazit: Kurzweiliger Spass für eingefleischte Fans, ohne nennenswerte Elemente, die die Handlung elementar bereichern. Für Neulinge trotz der unzähligen Plotholes ganz hübsch anzusehen. Nostalgische Werte einmal vorab ausgenommen, werden aber auch diese an der Originalreihe garantiert mehr Spass haben. Am besten ebenfalls als Teil der Reihe ignorieren.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 6/10
Charakterzeichnung: 6/10
Story: 6/10
Spannung: 7/10
Humor: 3/10
Effekte: 8/10
Härtegrad: 7/10
Setting: 9/10
Soundtrack: 8/10
Twist-Rating: 3/10

Rundum: 6,3/10 Punkten

HaVe FuN

King Arthur

King Arthur: Legend of the Sword – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 7,8/10

Vorab: Guy Ritchie haut in einem für ihn unüblichen Metier mal so richtig mächtig auf die Kacke. Problem: Sollte er das auch?

Mit Sherlock Holmes schaffte es Ausnahmetalent Guy Ritchie 2009 gemeinsam mit Robert Downey Jr eine durch und durch englische Ikone der fiktiven Kriminalgeschichte ein weiteres Mal gekonnt für die Leinwand wiederaufleben zu lassen. Wie für den Filmemacher üblich, nicht ohne eine gehörige Portion Humor und coolen Wortgefechten alla Quentin Tarantino. Und das Rezept ging voll und ganz auf. Es wundert einen also nicht wirklich, dass für die Arthur-Saga dieser Mann womöglich die perfekte Wahl für das Studio gewesen sein musste, zumal der Junge auch richtig Geld in die Kassen spülen kann. Auch wir finden das Ritchie Rich hier seine Sache ganz passabel und gut gemacht hat, doch andere… würden das wohl an dieser Stelle bereits verneinen.

Denn mit Antoine Fuqua’s Version hatten wir bereits mit King Arthur einen wirklich würdigen Vertreter, mit viel Herz, echten Emotionen und einer gehörigen Portion historischem „Realismus“, mit dem sich die Neuauflage nun leider jetzt auch einmal messen lassen muss. Und leider sind auch wir diesbezüglich hin- und hergerissen, weil die Motive der beiden filmischen Vergleichsobjekte unterschiedlicher nicht sein könnten. Denn Ritchie schlägt von vorne herein einen ganz anderen Weg ein. Der Realismus tritt in den ersten Minuten direkt mal mehr als nur zwei Schritte nach links und schafft zu seiner Rechten erstmal gehörig Platz für eine noch gehörigere Ladung Fantasy rund um die Schlacht von Camelot, in der ein böser, böser Mann (Magier Voldemort?) mit bösen, bösen Riesenelefanten (Der Herr der Ringe: Die zwei Türme?) die guten, guten Ritter der Eiskugelnuss (Eine womöglich gute Version der weißen Wanderer aus Game of Thrones?) zu bezwingen versucht. Es kracht, es scheppert, es drückt dich in den Stuhl. Technisch einwandfrei, Bombenstimmung im Haus, Papa Arthur haut sie alle weg, wirkt mehr als ein Teil der Avengers als ein langweiliger Normalo-Paps mit Krönchen und Löckchen auf dem Haupt… und spätestens jetzt fragst du dich als Zuschauer… puh… wenn Papa schon so ein Fass aufmacht… dann muss King Arthur wohl gleich noch so richtig schwere Ass-Kicks verteilen… puh… will ich das bei so einer historischen Figur überhaupt sehen? Passt das? Übertreibt ihr da nicht grad ein wenig? Schwierig. Befremdlich. Aber mit Unterhaltungswert.

Die Action passt. Die Sprüche sitzen. Spassig und frech verspielt ist das Getümmel rund um Jude Law und dem jungen Thronfolgerin seinen Anfängen wirklich nett anzusehen, sodass Charlie Hunnam Fans (Sons of Anarchy, Pacific Rim) voll auf ihre Kosten kommen werden. Aber bei aller Liebe, das Bildnis des Mythos leidet doch schon recht arg unter dem etwas zu gewolltem Hype, wenn man sieht, wie reißerisch die Elemente des modernen CGI-Business ausgeschlachtet werden. Zwar erhalten wir auch gut ausbalancierte Charaktere, klar definierter Bösewicht, weniger stereotypische, dafür aber eher blasse Handlanger, ein Laserschwert als McGuffin… doch das Ganze wirkt dann doch wieder irgendwann alles schon recht willkürlich und merkwürdig aus großen Hollywood-Filmen zusammengemischt, wenn man in der Mainstream-Scene sein Zuhause findet. Allein der Turm, der im Zentrum des Geschehens von einem Wesen in Stahlrüstung beschützt wird (also wir dachten echt, OK, Sauron hat die Herr der Ringe Trilogie doch überlebt und noch schnell ein Ersatztürmchen gebaut), kann optisch einer genauen Prüfung nicht lange standhalten. Hier wurde wirklich nur gestohlen und gezogen, gelogen und geraubt… Entschuldigung, da ham sie sich was erlaubt. Da ist es durchaus praktisch, dass beide Filme aus dem Hause Warner Bros. Entertainment stammen, damit zumindest schonmal eine rechtliche Konsequenz nicht wirklich zu befürchten ist. 😀 Ansonsten ist der Film Top. Gute Figuren, spannende Entwicklungen, leider an manchen Stellen dann wieder etwas zu wenig (wir hätten gerne mehr über Merlin gewusst, mehr von Voldemort und vor allem Jude Law), geile Action, geile Erzählstruktur mit dem richtigen Biss in der wortgewandten Humornote und wirklich ein Spass für Jung und Alt.

Fazit: Besser als erwartet, schlechter als möglich gewesen wäre. An manchen Stellen „too-much“ und dann wieder hervoragend in Sachen Tempo und Geradlinigkeit. Die Trailer verraten leider zu wenig als das man das ganze Ausmaß vorher abschätzen könnte. Das 3-D hat hier auch ausnahmsweise mal gepasst und sorgt für einige schöne Momente. Aber Heimkinoauswertung würde es auch tun. Wie das Ende verrät, der Beginn einer großen Saga, die einen gekonnten Start hingelegt hat. Wir reservieren schonmal Sitze für die Fortsetzung(en), die hoffentlich trotz des eher mauen Starts und Einspielergebnisses folgen wird/werden.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 8/10
Charakterzeichnung: 7/10
Story: 7/10
Spannung: 8/10
Humor: 8/10
Effekte: 9/10
Härtegrad: 6/10
Setting: 9/10
Soundtrack: 10/10
Twist-Rating: 6/10

Rundum: 7,8/10 Punkten

HaVe FuN

Ghost in the Shell

Ghost In The ShellMovie-Game-HD Review:

Pkt.: 7,5/10

Vorab: Ein erfrischender Mix aus Genreperlen wie Ex Machina, Blade Runner und iRobot. Also… für jeden was dabei.

Zwar kennen wir die Anime-Vorlage aus den frühen 90ern nicht direkt, erkennen aber deutlich den Urton vergleichbarer Werke, auf denen sich dieses Werk stützt und welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Da wundert es einen doch gleich zu Beginn, dass viele der Schlüsselrollen rein von westlichen Schauspielern eingenommen werden statt sie passenderweise gemäß Vorlage direkt mit heimischen Jungdarstellern zu besetzen. Zwar machen gerade die ihre Sache ziemlich gut, aber manchmal erscheint es einfach im Gesamtkontext schon etwas befremdlich und ab und an gar hinderlich so völlig in die futuristische Welt des Ostens eintauchen zu können. Beinahe so, als hätte man Martin Luther King mit Til Schweiger besetzt… irgendwas passt da einfach nicht so ganz.

Aber mal abgesehen davon ist Ghost in the Shell ein wirklich beeindruckendes Filmwerk, dass besonders in seinen ruhigen Momenten mit wenigen Worten oftmals eine ganz eigene Geschichte zu erzählen weiß und durchaus das Gaspedal mittels eindrucksvoller Kampfchoreographien und einer visuell ästhetischen Bildersprache wieder voll durchdrückt.

Echte Genrefans dürften zwar mit Takeshi Kitano’s eher dürftigen Präsenz etwas weniger auf ihre Kosten kommen, aber dafür stimmt die Harmonie zwischen den Figuren und der gar nicht so trivialen Handlungsstränge, die sich gekonnt an vielen Vorbildern wie u.a. Blade Runner 2049 und Ex Machina orientiert. Mit Scarlett Johansson und Michael Pitt ist das stark amerikanisierte Sci-Fi Abenteuer damit ein weiteres Werk, dass sich mehr mit den charakterlichen Stärken und Schwächen seiner Figuren auseinandersetzt statt nur den Hirn-Aus-Knopf beim Zuschauer mit visuellen Overkills punkten und drücken zu wollen.

Fazit: Ghost in the Shell ist in der Tat ein technisch einwandfreies und darüber hinaus inhaltlich solides Stück Sci-Fi-Märchen, dass zwar nicht sonderlich innovativ, dafür aber mehr als nur einen flüchtigen Blick wert ist.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 8/10
Charakterzeichnung: 8/10
Story: 8/10
Spannung: 8/10
Humor: 6/10
Effekte: 9/10
Härtegrad: 6/10
Setting: 9/10
Soundtrack: 8/10
Twist-Rating: 5/10

Rundum: 7,5/10 Punkten

HaVe FuN

Guardians of the Galaxy Vol 2 Review

Guardians of the Galaxy – Vol. 2 – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 7,0/10

Vorab: Mehr Humor, weniger Tiefe. Ein Action-Overkill, der zum Ende, nüchtern betrachtet, hinter seinem Vorgänger zurückbleibt.

James Gunn trägt viel dazu bei, dass mit Guardians of the Galaxy 2 eine etwas andere Helden-Geschichte in dem kunterbunten Marvel-Universum die notwendige Anerkennung und Beachtung zukommt. Denn das Gespann bestehend aus einer Vielzahl unterschiedlicher Charaktere und Intelligenzquotienten nagt sich auch im Jahr 2017 in altbewährter Manier von einem Abenteuer ins Nächste. Allzeit bereit für flotte Sprüche und gespickt mit interpersonellen Konflikten, die das Universum ständig sowie unaufhörlich in wilden Aufruhr versetzt und nichts als pures Chaos zurücklässt. Ja, das sind waren und das sind die Guardians wie wir sie lieben und kennen. Und das altbewährte Rezept aus einer gehörigen Portion Humor und ohrenbetäubenden Krawalleinlagen, welches dem ersten Teil schon die richtige Würze gegeben hatte, geht nun ein weiteres Mal für die Zuschauer auf… zumindest vorerst.

Denn leider muss man schon sehr früh ernüchternd feststellen, dass die Guardians (GotG) in ihrem neuen Abenteuer leider inhaltlich etwas stark haben federn lassen. Angefangen bei Papa Peter Quill (aka Star-Lord), der als allmächtiges Wesen, gar als ganzer Planet, daherkommt und aus dem anfangs noch menschlichen Sohnemann nun einen ebenfalls allmächtigen Halbgott macht, somit den Zuschauern der sterblichen Seite von Quill beraubt, der dem Zuschauer einen besseren Bezug zur Figur im ersten Film erlaubte, bis hin zu sich widerholenden Sternenschlachten mit den immer gleichen goldenen Plagen des Weltalls, die wegen ein paar Batterien beleidigt und hirnrissig einfach mal eben ihre komplette Streitmacht in sinnlosen Schlachten gegen ein einziges Schiff opfert. Eine Spur Ironie zu viel, wie wir fanden. Versteht mich nicht falsch, GotG – Vol. 2 ist ein unterhaltsamer, selbstironischer Streifen, der für zwei Stunden Hirn-Aus-Action hervorragendes Popcorn-Kino bietet, doch darüber hinaus wagt der Film an zu vielen Stellen nicht über seinen stilistischen 0-8-15-Schatten hinauszuspringen, was schade ist. Denn das Potential dazu war definitiv gegeben.

Die emotionalen Komponenten des Films wirken leider oftmals zu sehr aufgesetzt und an gewissen Stellen omnipräsent oder gar völlig fehlplatziert. Vater-Sohn-Themen wie Verlust, Identität und Loyalität sowie das familiäre Gefüge und Zugehörigkeitsgefühl in der Gruppe werden verstärkt bzw. erzwungen lieblos und dröge in den Fokus gestellt, was eine echte emotionale Anteilnahme des Zuschauers an den geplagten Figuren nur schwerlich zulässt und damit ungewollt das ohnehin unwohle Gemisch des Empfindens in die falsche Richtung zu drängen versucht. Denn selbst wenn man es denn mal versucht, sich dem einen großen Moment hinzugeben, den Zugang zu den Figuren finden und zu ergründen, folgt alsdann auch gleich die nächste Actioneinlagen, die dem Moment den Rang abläuft, sich sofort wieder in den Vordergrund zwängt, dabei stark an der vorherigen orientiert und somit die Ideenlosigkeit der Autoren zweifelsfrei aufdeckt genau hier nachhaken zu müssen. Die Nebenfiguren wirken leider angesichts der bekannten Vorbilder der vergangenen MCU-Filme platt und uninteressant, was insbesondere dadurch deutlich wird, dass Sylvester Stallone gleich zu Beginn als einer der ersten Namen groß angepriesen wird, letztendlich dann aber gefühlt nur 10 Sekunden Screentime eingeräumt werden. Auch das Fehlen eines eindeutig zuordbaren Oberbösewichtes gleich zu Beginn trägt viel zu der Verwirrung bei, die zwar gekonnt durch den Humor überspielt, letztendlich jedoch das eine oder andere Fragezeichen über den Köpfen der Zuschauer aufkommen lässt. Fragen wie: „Ich bin Groot?“ (Übersetzung: „Worum geht es jetzt hier eigentlich?“) oder „Ich bin Groot?“ (Übersetzung: „Warum reicht mir der Typ denn schon wieder den Popcorn-Eimer mit dem Loch im Boden?“) können in der ersten Stunde schlichtweg einfach nicht beantworten. Und wenn man aus dem Kino kommt, ist die Handlung entweder mit zwei Sätzen erklärt, man hat es nicht gecheckt oder das Erlebnis ist durch den Overkill schon beinahe völlig vergessen, weil keine richtige einprägsame Szene haften bleiben will. Es kann ganz klar gesagt werden, dass der Vorgänger hier definitiv mehr Qualitäten zu bieten hatte und dementsprechend auch eine gewisse Erwartungshaltung für die Fortsetzung geschürt hat, die aus unserer Sicht nicht vollends bestätigt werden konnte. Aber sei es drum.

Jetzt liest sich die ganze Review natürlich rein negativ, was den Film definitiv nicht zu einem Totalausfall deklarieren soll. Doch der Zuschauer sollte im Vorfeld wissen, dass er die Erwartungen vielleicht nicht allzu hoch ansetzen und eher neutral das Spektakel eigens für sich erleben und neu entdecken sollte. Natürlich ist Guardians of the Galaxie – Vol. 2 ein gelungener Spaß für jede Altersgruppe und auch wir freuen uns selbstverständlich über eine Fortführung des Franchise, die vielleicht mit Vol. 2 etwas zu früh um die Ecke kam.

Fazit: Kino lohnt sich, aber definitiv nicht die beste Marvel-Verfilmung der vergangenen 10 Jahre. Dennoch werdet ihr ganz sicher euren Spass insbesondere mit Groot und Rocket haben, auch wenn die 3D wieder so manchen Moment kaputt gemacht hat.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 6/10
Charakterzeichnung: 6/10
Story: 5/10
Spannung: 7/10
Humor: 9/10
Effekte: 9/10
Härtegrad: 6/10
Setting: 8/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: 5/10
Rundum: 7,0/10 Punkten

HaVe FuN