Scream (2022) Review

Scream (2022) – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 7,7/10

Was war das für ein Zittern. Was war das für ein Bangen. Ein neuer „Scream“, der mit dem grandiosen Erstling – dem Original – ein wahrlich schweres Erbe anzutreten hat. Zum vierten Mal. Doch diesmal ohne Altmeister Wes Craven, der das Horror-Genre immer wieder neu geprägt oder wiederbelebt hat. Bekommen sie es hin? Vergeigen sie es? Welche Regeln gelten nun in einer Pentalogie im Jahre 2022? Sind die alten Regeln anwendbar oder muss das Genre gar gänzlich neu erfunden werden? Wuhaaaa, spannend.

Aber erstmal ganz von Vorne. Grundsätzlich hält sich Scream würdevoll an seine(n) Vorgänger(n). Beinahe mit chirurgischer Präzision zitiert Scream 5 das Original, ohne dabei als billige Kopie rüberzukommen. Und das ist wichtig, denn niemand möchte es sich schließlich mit dem Original verscherzen. Man wird auch als Neueinsteiger recht schnell abgeholt, in das Franchise eingeführt und dauerhaft damit bei der Stange gehalten, indem man immer wieder Infos streut, Bekanntes erklärt und die Vergangenheit um Neues erweitert. Angefangen bei den Figuren, von denen wir Einige bereits kennen und lieben gelernt haben. Da braucht es doch eigentlich schon recht starke Argumente, diese zurück ins Spiel zu holen, ohne dass es für den Zuschauer zu unglaubwürdig rüberkommt. Oder gibt es vielleicht eine gänzlich neue, weibliche Ikone am Horizont, die im Franchise zukünftig das Zepter neu aufnehmen wird? Wer weiß, wer weiß. Denn was wir aus dem Trailer wissen, der an manchen Stellen vielleicht schon für nervöse Zumutungen gesorgt hat, ist: Alles ist inzwischen möglich. Und genau mit dieser Erwartungshaltung bin ich gestern in den Film rein und möchte mit euch dieses Erlebnis als Fanatic-Fanboy teilen:

Grundrahmen & Handlung:

Wenn man Scream 5 in wenigen Worten erklären müsste, dann würde ich sagen: Scream 5 ist eine Mischung aus Scream 1 und Scream 4, der die Zwischenteile größtenteils ignoriert. Der Fokus liegt bei den Schicksalen und Nachkommen jener Figuren die nach gut 25 Jahren noch immer in Woodsboro leben. Wie es bei Fortsetzungen von Kult-Reihen in der Neuzeit so üblich ist, wird für die Neuverfilmung viel Wert auf Nostalgie gelegt. Auch im Film selbst fallen Begriffe wie „Premake“ oder „Legacyquel“, die ganz gut beschreiben, wie Scream 5 eigentlich selbst gerne gesehen werden möchte. Doch es braucht eine Zeit, bis alle Charaktere auf Startposition gebracht sind und das Rätselraten beginnen kann. Das zeigt sich durch die Präsentation altbekannter Schauplätze, die wiederauflebenden Geschichten & Figuren, die an jenen Orten routiniert agieren, aber vor allem auch bei der Selbstironie, mit der brenzligen Situationen begegnet wird. Vor allem bei Situationen, deren Ausgang man eigentlich noch ganz anders in Erinnerung hat. Die Story selbst hält dabei durchaus einige Überraschungen parat, macht aber auch in entscheidenden Punkten leider ein paar echt grobe Fehler. Denn zum Schlitzen greift Scream 5 oftmals auf Ockhams Rasiermesser zurück, denn der/die Killer ist/sind für findige Ermittler leider schon recht schnell identifiziert. Aber alleine die Eröffnungsszene lässt Fan-Herzen direkt zu Beginn wahrlich höherschlagen. Ein Mädchen alleine zu Hause, das Telefon, die Stimme des Killers, ein Rätsel-Spiel und am Ende liegt irgendjemand blutend am Boden. Alle Spannungselemente solide in Szene gesetzt und mit einer Spur neuzeitlichem High-Tech Smartphone-Bling-Bling gespickt. Von allem ist etwas dabei. Hier wird Fan-Service auf hohem Niveau betrieben. Überzeugend als Wiederbelebungsversuch gelungen und keineswegs schlecht geklaut. 

Gore & Crime:

Auch wenn die Morde recht „einfach“ gehalten sind, so waren sie in ihrer Darbietung für eine FSK 16 Freigabe schon sehr beachtlich und grenzwertig. Das Blut fließt literweise und es wird wirklich schonungslos geschnetzelt und geschlachtet. Besonders die Tode der männlichen Figuren waren überaus brutal. Der Verzicht auf ausgefallene Tötungsszenen (wie in Scream 3) kommt dem Film aber allein deswegen zu Gute, dass Ghostface hier in allen Situationen nie den Anschein erweckt, ein Übermensch zu sein. Gore-Fans werden also ihren Spaß haben. Das Raten um den potentiellen Killer machte hingegen weniger Spaß, was mir und meinem Begleiter recht übel aufgestoßen war. Wir vermuten, dass die Macher auf eine etwas andere Strategie gesetzt hatten, die am Ende nicht aufgehen wollte. Aber mehr wollen will ich dazu nicht preisgeben, um euch nicht den Spaß zu verderben. Das große Finale konnte – trotz schwächerem Motiv für die Verbrechen – dann hingegen wieder punkten und wusste durchaus zu gefallen. 

Memory & Fazit:

Das Erbe war schwer, doch durch den Tod von Wes Craven unausweichlich. Und es war schön mit anzusehen, wie sie „Wes“ immer wieder im Film eingebaut haben, um an sein Vermächtnis zu erinnern. Ich finde, die Macher haben ihre Sache wirklich alles in allem sehr gut gemacht: Altes gekonnt zitiert und neue Ideen solide eingebracht und mit frischem Wind versehen. Dennoch sehe ich Scream 5 – trotz vieler Parallelen und Bezüge zum ersten Teil – nicht gleichauf mit Scream 1, sondern aufgrund seines strukturellen Aufbaus mehr auf Höhe von Scream 4. Und auch, wenn man sich vieler Elemente aus Dexter, Once Upon a Time in Hollywood und anderer Werke bedient hat… es war ein gelungener Filmabend. 

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 8/10
Charakterzeichnung: 8/10
Story: 7/10
Spannung: 8/10
Humor: 5/10
Effekte: 8/10
Härtegrad: 9/10
Setting: 8/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: 7/10

Rundum: 7,7/10 Punkten

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