Stephen King’s IT

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„IT“ – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 8,7/10

Man konnte ES in der Vergangenheit nicht oft genug sagen: ES mit einem Remake zu versuchen, ist ein aufgrund der ErfolgsgESchichten der Vergangenheit durchaus gewagtES Spiel. ES hätte ja auch schließlich so viel schiefgehen können. Aber ist ES das vielleicht am Ende? Wir nehmen die Spannung mal vorweg: definITely NOT !!!

ES ist einfach anders. Anders als man zu Beginn denken bzw. vermuten mag. bESser als befürchtet… bESer als gedacht… ES im neuen DESign macht einfach nur eins: SPASS. Moderner. Linear. Böser. Vielleicht sogar etwas zugänglicher als das zweiteilige Original von früher. Mit gerade mal einem Budget von „nur“ 35 Mio. Dollar ist ES Andrés Muschietti gelungen, eine atmosphärisch so dichte Struktur zu schaffen, dass der Zuschauer beinahe in Wellen emotional zunächst sanft wiegend abgeholt, schwungvoll erheitert und dann wieder rücksichtslos fallen gelassen wird. Zu Deutsch: ES ist ein abwechslungsreicher Gefühlstrip der Superlative und damit wirklich schon mehr als „nur“ ein konventioneller Horrorfilm, der für den schnellen Dollar nur versucht im Fahrwasser dES Original mitzuschippern. ES ist eine neue Welt. Eine gelungene, eigenständige Interpretation von Figuren, Schicksalen und Entwicklungen, die genauso überraschend wie auch unvorhersehbar daherkommt. Einfach Spass auf ganzer Linie.

Grundsätzlich kann man sagen, dass das 135 Min. lange Lichtspielwerk das ESsentielle, nein, das Maximum aus Stephen King‘s literarischer Vorlage herausquetscht und dabei nie versucht, zu viel der über 1.000 Buchseiten langen Handlung blind hineinzuprESsen. ES gab, wenn wir mal wirklich ehrlich sind, in dem TV-Zweiteiler der 90er durchaus schon die eine oder andere künstliche Überlänge, die weit von dem Prädikat „wertvoll“ entfernt ist. „IT“ mit Tim Curry ist und bleibt ein Kultfilm, keine Frage. Aber erinnern wir uns wirklich gerne an ihn, weil Beverly oder Stottert-Stan ständig rumheulen? NEIN. Nur eins ist wirklich haften geblieben: Nur einer ist für den Kult letztendlich verantwortlich. Nur einem haben wir neben Stephen King selbst das dauerhaft anhaltende Unbehagen Gefühl, wenn wir einen Clown sehen… den wir lieben und hassen zugleich: wir erinnern uns wegen ihm… der Präsenz Pennywise… Tim Curry‘s einprägsame Darstellerleistung als Killer-Clown mit dem bösartigsten Lächeln der FilmgESchichte… Ein wahrer Lippenakrobat, möchte man meinen, welcher die Wahrnehmung von Clowns wie Ronald McDonald vollkommen auf den Kopf gEStellt hat. Aber bleibt Tim Curry nun dEShalb für immer unerreicht?

Wenn man mich jetzt fragen würde, welcher der beiden Clowns (Tim Curry oder Bill Skarsgård)  das Rennen machen würde, könnte ich nur sagen: ES ist ein Kopf an Kopf-Rennen. Curry‘s Interpretation ist weder bESser noch schlechter. Sie war anders. So wie ES die Neuinterpretation ebenfalls ist. Beide sind sich so gleich und doch so unterschiedlich. Der modernere Clown ist härter. Er tötet brutaler. Der Terror ist greifbarer und spielt sich nicht, wie bei Curry, im Verborgenen unserES VerstandES ab. Die Schockeffekte zeigen Präsenz, sie sitzen, sie passen, der Gewaltgrad angESichts dES 16er-Ratings in Deutschland erscheint überraschend grenzwertig. Der Clown ist für so manchen derben Shocker gut und kann mit seiner naiv-kindlichen Art immer wieder echte Gänsehaut verursachen. Er ist einfach anders. ES ist anders. Auf seine Art perfekt, aber anders.

Und was ist mit dem RESt? Was, außer dem Clown, hat ES zu bieten? ZumindESt mal einES: Großartige Darsteller. Ich behaupte mal, dass man niemand bESseren als  Bill Skarsgård für diESe Form der Interpretation hätte finden können. Überzeugend, Weltklasse gESpielt. Auch die (Kinder-)Darsteller machen ihre Sache mit einer derart großen Liebe zum Detail… spielen so hervorragend, dass einem jedESmal, wenn Piep-Piep-Ritchie oder Beverly Marsh die Bühne betreten, das Herz aufgehen möchte. In einer Welt, in der eher die Erwachsenen augenscheinlich die wahren verzogenen Kinder und als eine der Wurzeln allen Übels präsent sind, in der das Erwachsenwerden als brutale Prüfung verstanden und mit vielen Problemen behaftet wird… genau hier greift das Element dES Dramas tief nach der Seele der Zuschauers und lässt ihn allES um ihn herum vergESsen.

Und gerade das sind meiner Meinung nach die Stärken dES Neuen. Die Achterbahn der Emotionen. ES kommt zu einem regelmäßigen Schlagabtausch der GenrES. Zwischen Drama, Horror und… ACHTUNG… kein Scheiß jetzt, pubertäre, schwarze Komödie. 😂 Eine der größten positiven RESonanzen, die ich im Kino live miterleben durfte. ES wurde gelacht, ES wurde gESchrien. Jeder Spruch sitzt. Interne Seitenhiebe werden perfekt platziert, sowohl offensichtliche als auch jene im Verborgenen. Wir spoilern mal ganz leicht, aber wer im Film aufmerksam und genauer hinsieht, wird schnell erkennen, unter welchem Dach ES immer zuhause sein wird. Dass eine Hommage und ein Easter-Egg nicht immer das Gleiche sind wird ebenfalls mehr als nur einmal deutlich. ES fühlt sich einfach allES richtig an. Allen voran Piep-Piep-Ritchie, der, neben Pennywise selbst, beinahe allen die Show zu stehlen scheint. Während Pennywise primär das personifizierte Böse trägt, und mit einer ganz eigenen Note versieht, sind ES im Dramabereich Beverly March und komödiantisch eben Ritchie Rich. 😁 ALLES WAHRE KRACHER !!! Und man möchte wirklich den Hut dafür ziehen, wie zufrieden ich als Zuschauer war.

So, man könnte noch soooo viel sagen und preisen, aber das muss erstmal ausreichen, um euch anzuheizen und jedwede Bedenken zu nehmen ins Kino zu hecheln. Stellt euch nicht die Frage, welcher Film bESser ist oder ob ihr am Ende vielleicht enttäuscht sein werdet… NEIN. ES ist halt anders. ES ist hart. ES ist was ES ist. ES ist deine Chance im Kino mal wieder so richtig, richtig gut unterhalten zu werden. VergESst meine Worte nicht: See IT and you‘ll float.

P.S. Ein Directors Cut wurde bereits für die Heimkinoauswertung angekündigt. Mal gESpannt, welche HärtESpitzen noch oben draufgelegt werden. 😀

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 10/10
Charakterzeichnung: 8/10
Story: 8/10
Spannung: 8/10
Humor: 8/10
Effekte: 10/10
Härtegrad: 7/10
Setting: 10/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: -/10 (da Remake keine Wertung)

Rundum: 8,7/10 Punkten

 

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