Alien Covenant

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Alien:Covenant – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 6,3/10

Vorab: Entmystifizierung eines Kult-Klassikers. Leider nur als einziger, beängstigender Fremdkörper in dem uns bekannten Alien-Universum missglückt.

Nein, wir verdammen Alien: Covenant nicht zum Totalausfall der Filmgeschichte, aber als wir das Kino betraten waren wir voller Hoffnung und voller Erwartungen, die leider bitter enttäuscht wurden. Über Alien brauchen wir nicht viel zu sagen. Die Reihe gehört zum traditionellen Kulturgut unserer Generation und wird noch Lange junge Cineasten und neugierige Filmwissenschaftler für sich erobern und begeistern können. Covenant ist ein ähnlicher Erfolg allerdings nicht zu prognostizieren, da er für ein anspruchsvolleres Publikum und besonders aufgrund seines Vorbildes mehr falsch als richtig gemacht hat, obwohl er gerade noch solide für Spannung und Unterhaltung sorgt. Das Problem dabei ist, wenn man ein derart schweres Erbe fortzuführen gedenkt, allein die Absicht darüber verfolgt, dann ist es wichtig, sich der Wurzeln des Erfolges behutsam anzunehmen und Vorsicht walten zu lassen, was und in welcher Portionierung dem Zuschauer zuzumuten ist. Angefangen mit dem perfekten Organismus, der nicht immer zu sehen war, aber die Ängste seiner Beute bis zum Maximum auslotete. Die dichte Atmosphäre in einem gewaltigen wie zeitgleich beengten Raum, der keinen Ausweg aus dem anhaltenden Horror geboten hatte. Die pure Verzweiflung und ein erbarmungsloser Gegner. Purer Horror eben. Mit Ridley Scott, als inszenatorischer Schöpfer und Mitbegründer der Saga, hatten wir da eigentlich keine Bedenken. Ein nicht vorhersehbarer Fehler, wie sich herausstellen sollte. Denn gerade seine Mitwirkung wirft angesichts des präsentierten Ergebnisses leider mehr Fragen wie Antworten auf. Warum? Warum nur so?!?!

Zugegeben: Prometheus war anständig, nein, er war sogar als Stand-Alone wirklich gut. Wir empfanden den Ansatz der beschriebenen Vorgeschichte als sehr wagemutig und geglückt. Dennoch mögen viele diese neue Vision als Teil der Reihe dennoch nicht, weil er eben nur wenig mit den oben bereits erwähnten Wurzeln gemein hatte. Aber seis drum, seis drum… egal, nun geht es um Alien: Covenant, der hier als eine Art Brücke zwischen beiden Filmen fungiert (spielt 18 Jahre vor dem ersten Alien Film). Paradox, denn gerade jetzt hätten wir hier nun den berechtigten Aufschrei erwartet und sogar wirklich nachempfinden können… denn der neuste, vielerseits hochgelobte Ableger kann wirklich befremdlicher kaum sein. Daneben ist es geradezu gruselig, dass es absolutut nicht vorhersehbar war wie vorhersehbar dieser Film am Ende werden würde.

Android David (Michael Fassbender) hat die zum Ende von Prometheus eingeleitete Reise zu den „Schöpfern“ überstanden und kurz darauf einen einmaligen Götterkomplex entwickelt, den wir gleich zu Beginn des Film, trotz des stimmungsvollen und philosophisch ansprechenden Prologes geradezu mit Gewalt aufgedrängt bekommen. Schon hier wird mehr als klar, ohne überhaupt irgendwelche Infos oder die Inhaltsangabe gelesen zu haben, wie Einleitung, Mittelteil und Schluss aussehen werden. A läuft auf B zu, wird infiziert, B bekommt ein Alien, C sucht A um B zu retten, X-Y haben eine Idee, wie K-R gestorben sein könnten, weil G das Kommando übernimmt und mit L verheiratet ist, weil F die Katze aus dem Fenster geworfen hat. Klingt das spannend? Klingt das cool? Eigentlich nicht. Na gut… vielleicht das mit der Katze… aber… Ein Klischee reiht sich an das Nächste und das ist etwas, was man nie auch nur ansatzweise von einem Alien-Film erwarten konnte.

Der Film ist in diesem Kontext deswegen umso kritischer zu sehen, weil er eine Sache mal so richtig und gehörig falsch macht. Alien entmystifiziert eines der größten Rätsel, die rund um die Herkunft der Aliens über Jahrzehnte hinweg minutiös und dabei beinahe beiläufig gesponnen wurde. Das Kernelement über das Fans jahrelang rätseln durften und ständig ihre Fantasie aufs Neue anregte. Und was dem Ganzen schließlich die Krone dann aufsetzt, das Fass zum Überlaufen bringt, ist das mehr als enttäuschende wie auch banale Ergebnis. KURZER SPOILER (David ist der Schöpfer der uns bekannten ALIEN-Rasse. Er entwickelt mittels der DNA den für ihn „perfekten Organismus“ und möchte als Schöpfer seiner Rasse neuen Lebensraum geben.). WTF. WAS? Wieso? Was soll das? SPOILER ZU ENDE. Und gelingt ihm das? Ja klar… Denn auch das Ende, wer am Ende das Raumschiff betritt, der die Blockhütte vielleicht oder vielleicht auch nicht am See errichten wird, ist sowas von vorhersehbar, dass es einem schon mehr oder weniger wehtun könnte. Hier wird der Zuschauer beinahe eine wirklich niedrige Intelligenz unterstellt, die fast schon an einen persönlichen Angriff grenzt. Es wurde mit großen Namen gehypt, es wurde versprochen und gehalten wurde am Ende fast nichts. Warum James Franco in den Credits überhaupt eine Erwähnung gefunden hat ist dabei ebenso fraglich wie verstörend, da seine weniger aktive Rolle und Präsenz absolut keinen Zweck erfüllt hat.

Naja, was war nun gut? Ach ja, die Effekte sind wiedermal hervorragend. Aber das zu loben ist angesichts der modernen Technik lange schon kein ausschlaggebendes Argument mehr. Erhofft hatten wir uns einen spannenden und adrenalinfördernden Sci-Fi-Horror-Kinoabend, der letztendlich leider trotz einiger hübschen Querverweise nur in altbekannte Muster bekannter B-Bausteine des Storytelling verfallen ist. Dabei tun sich leider auch vermehrt Logiklücken auf, die das Filmerlebnis mittendrin ebenfalls schmälern und das eine oder andere Fragezeichen in unserem Gesicht hinterlässt. Tut euch bitte, bitte vor allem einen wichtigen Gefallen: Ignoriert die Alien Vs. Predator Reihe vollständig oder ihr werdet am Ende womöglich an eurem Verstand zweifeln.

Fazit: Kurzweiliger Spass für eingefleischte Fans, ohne nennenswerte Elemente, die die Handlung elementar bereichern. Für Neulinge trotz der unzähligen Plotholes ganz hübsch anzusehen. Nostalgische Werte einmal vorab ausgenommen, werden aber auch diese an der Originalreihe garantiert mehr Spass haben. Am besten ebenfalls als Teil der Reihe ignorieren.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 6/10
Charakterzeichnung: 6/10
Story: 6/10
Spannung: 7/10
Humor: 3/10
Effekte: 8/10
Härtegrad: 7/10
Setting: 9/10
Soundtrack: 8/10
Twist-Rating: 3/10

Rundum: 6,3/10 Punkten

HaVe FuN

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