King Arthur – Legend of the Sword

King Arthur

King Arthur: Legend of the Sword – Movie-Game-HD Review:

Pkt.: 7,8/10

Vorab: Guy Ritchie haut in einem für ihn unüblichen Metier mal so richtig mächtig auf die Kacke. Problem: Sollte er das auch?

Mit Sherlock Holmes schaffte es Ausnahmetalent Guy Ritchie 2009 gemeinsam mit Robert Downey Jr eine durch und durch englische Ikone der fiktiven Kriminalgeschichte ein weiteres Mal gekonnt für die Leinwand wiederaufleben zu lassen. Wie für den Filmemacher üblich, nicht ohne eine gehörige Portion Humor und coolen Wortgefechten alla Quentin Tarantino. Und das Rezept ging voll und ganz auf. Es wundert einen also nicht wirklich, dass für die Arthur-Saga dieser Mann womöglich die perfekte Wahl für das Studio gewesen sein musste, zumal der Junge auch richtig Geld in die Kassen spülen kann. Auch wir finden das Ritchie Rich hier seine Sache ganz passabel und gut gemacht hat, doch andere… würden das wohl an dieser Stelle bereits verneinen.

Denn mit Antoine Fuqua’s Version hatten wir bereits mit King Arthur einen wirklich würdigen Vertreter, mit viel Herz, echten Emotionen und einer gehörigen Portion historischem „Realismus“, mit dem sich die Neuauflage nun leider jetzt auch einmal messen lassen muss. Und leider sind auch wir diesbezüglich hin- und hergerissen, weil die Motive der beiden filmischen Vergleichsobjekte unterschiedlicher nicht sein könnten. Denn Ritchie schlägt von vorne herein einen ganz anderen Weg ein. Der Realismus tritt in den ersten Minuten direkt mal mehr als nur zwei Schritte nach links und schafft zu seiner Rechten erstmal gehörig Platz für eine noch gehörigere Ladung Fantasy rund um die Schlacht von Camelot, in der ein böser, böser Mann (Magier Voldemort?) mit bösen, bösen Riesenelefanten (Der Herr der Ringe: Die zwei Türme?) die guten, guten Ritter der Eiskugelnuss (Eine womöglich gute Version der weißen Wanderer aus Game of Thrones?) zu bezwingen versucht. Es kracht, es scheppert, es drückt dich in den Stuhl. Technisch einwandfrei, Bombenstimmung im Haus, Papa Arthur haut sie alle weg, wirkt mehr als ein Teil der Avengers als ein langweiliger Normalo-Paps mit Krönchen und Löckchen auf dem Haupt… und spätestens jetzt fragst du dich als Zuschauer… puh… wenn Papa schon so ein Fass aufmacht… dann muss King Arthur wohl gleich noch so richtig schwere Ass-Kicks verteilen… puh… will ich das bei so einer historischen Figur überhaupt sehen? Passt das? Übertreibt ihr da nicht grad ein wenig? Schwierig. Befremdlich. Aber mit Unterhaltungswert.

Die Action passt. Die Sprüche sitzen. Spassig und frech verspielt ist das Getümmel rund um Jude Law und dem jungen Thronfolgerin seinen Anfängen wirklich nett anzusehen, sodass Charlie Hunnam Fans (Sons of Anarchy, Pacific Rim) voll auf ihre Kosten kommen werden. Aber bei aller Liebe, das Bildnis des Mythos leidet doch schon recht arg unter dem etwas zu gewolltem Hype, wenn man sieht, wie reißerisch die Elemente des modernen CGI-Business ausgeschlachtet werden. Zwar erhalten wir auch gut ausbalancierte Charaktere, klar definierter Bösewicht, weniger stereotypische, dafür aber eher blasse Handlanger, ein Laserschwert als McGuffin… doch das Ganze wirkt dann doch wieder irgendwann alles schon recht willkürlich und merkwürdig aus großen Hollywood-Filmen zusammengemischt, wenn man in der Mainstream-Scene sein Zuhause findet. Allein der Turm, der im Zentrum des Geschehens von einem Wesen in Stahlrüstung beschützt wird (also wir dachten echt, OK, Sauron hat die Herr der Ringe Trilogie doch überlebt und noch schnell ein Ersatztürmchen gebaut), kann optisch einer genauen Prüfung nicht lange standhalten. Hier wurde wirklich nur gestohlen und gezogen, gelogen und geraubt… Entschuldigung, da ham sie sich was erlaubt. Da ist es durchaus praktisch, dass beide Filme aus dem Hause Warner Bros. Entertainment stammen, damit zumindest schonmal eine rechtliche Konsequenz nicht wirklich zu befürchten ist. 😀 Ansonsten ist der Film Top. Gute Figuren, spannende Entwicklungen, leider an manchen Stellen dann wieder etwas zu wenig (wir hätten gerne mehr über Merlin gewusst, mehr von Voldemort und vor allem Jude Law), geile Action, geile Erzählstruktur mit dem richtigen Biss in der wortgewandten Humornote und wirklich ein Spass für Jung und Alt.

Fazit: Besser als erwartet, schlechter als möglich gewesen wäre. An manchen Stellen „too-much“ und dann wieder hervoragend in Sachen Tempo und Geradlinigkeit. Die Trailer verraten leider zu wenig als das man das ganze Ausmaß vorher abschätzen könnte. Das 3-D hat hier auch ausnahmsweise mal gepasst und sorgt für einige schöne Momente. Aber Heimkinoauswertung würde es auch tun. Wie das Ende verrät, der Beginn einer großen Saga, die einen gekonnten Start hingelegt hat. Wir reservieren schonmal Sitze für die Fortsetzung(en), die hoffentlich trotz des eher mauen Starts und Einspielergebnisses folgen wird/werden.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 8/10
Charakterzeichnung: 7/10
Story: 7/10
Spannung: 8/10
Humor: 8/10
Effekte: 9/10
Härtegrad: 6/10
Setting: 9/10
Soundtrack: 10/10
Twist-Rating: 6/10

Rundum: 7,8/10 Punkten

HaVe FuN

Hinterlasse einen Kommentar