Resident Evil VII / Biohazard 7

resident-evil-7

Movie-Game-HD Review

Pkt.: 7/10

Vorab: Hält, was der Trailer verspricht. Geht inhaltlich jedoch leider nicht darüber hinaus.

Mit Resident Evil haben wir schon so einiges erlebt. Angefangen mit DEM Horror-Survival-Game „RE1“, mit, für damalige Verhältnisse, dichter Atmosphäre und einem hohen Spannungsfaktor, bis hin zu Action-Horror-Adventure RE5 und RE6, mit denen der Schwerpunkt etwas anders gesetzt worden war.

Mit RE7 sollte es wieder „Back to the Roots“ gehen, was den Machern tatsächlich auf gewisse Art und Weise auch gelungen ist. Zumindest die beklemmende Atmosphäre ist zurück, aber ansonsten erinnert zunächst nichts an die Vorgängerreihe. Nein, viel mehr fühlen wir uns immer wieder an filmische Werke wie „Evil Dead“, „Blair Witch“ oder verschiedene Backwood-Slasher erinnert, von denen wir einige Elemente zwar gekonnt, jedoch zu stark an ihren Vorbildern angelehnt, umgesetzt vorfinden. Die größte Stärke wird somit leider auch gleichzeitig zur größten Schwäche von RE7.

RE7 ist mehr als Film als ein klassisches Genre-Game ausgelegt. Die Schockeffekte sitzen bzw. passen, wenn besagte Film-Reminiszenz nicht einsetzt. Grafisch ist das erforschbare Gebiet überaus ansprechend, lässt den Spieler tief in die (begrenzte) Welt der bedrohlichen Atmosphäre eintauchen. Technisch ist am Spiel also kein falsches Haar zu finden. Wo es hapert, sind die Inhalte. Zwar kommen wir im Haus über die verschiedenen Stockwerke viel herum, doch bis auf das Haus, den Außenbereich und den recht kurzen Exkursen auf dem Schiffsfrack oder Minenschacht wird dem Spieler eine mannigfaltige Spielwelt, wie sie in den Vorgängern enthalten waren, vorenthalten.

Die Handlung selbst weicht ebenfalls vom gewohnten Erzählstil ab. Zwar erhalten wir immer mal wieder kurze Einblicke und Verweise zu Jill Valentine und kurze Zeitungsartikel in Bezug auf Racoon City, aber es fehlt an traditionellen Elementen, die RE7 als ein Spiel der Reihe erkennbar machen. Es besteht kein Zweifel daran, dass der neuste Ableger mehr als eine Art Spin-Off zu verstehen ist und nichts zur eigentlichen Fortführung der Reihe beiträgt. Ohnehin besteht der Eindruck, dass der Titel „RE“ nur zur Förderung der Absatzzahlen herangezogen wurde und dementsprechend dem Inhalt spärlich „klassische Elemente“ (z.B. Rätsel, Inventar, Virusbezug) hinzugefügt wurden.

Enttäuschend war zudem die mangelnde Charakter- und Gegnervielfalt. Insgesamt gibt es neben zwei Arten von Insekten nur 4 unterschiedliche Gegner, auf die wir Gamer losgelassen werden. Die KI und der Aktionsradius dieser Figuren lässt dabei sehr stark zu Wünschen übrig (z.B.: Manche Gegner ziehen sich zurück, sobald man durch einen Türrahmen geht). Außerdem ist zu bemängeln, dass die Handlung des Games getrost auf einer Restaurant-Servierte niedergeschrieben werden könnte. Die Macher wagen es leider nicht über die gängigen Storytelling-Bausteine hinaus, um ihren Figuren mehr Tiefe und dem Spiel mehr Handlungsräume zu geben. Zudem könnte das auch genau der Grund, warum das 69€ Spiel nach nur 10 Stunden bereits sein Ende findet und wir in den Genuss des Abspannes kommen.

Überaus positiv anzumerken ist, dass die VR Funktion von RE7 der erste wirklich große Schritt und den weiteren Antrieb für das System darstellen könnte. Das Erlebnis ist ein völlig anderes, wenngleich das System selbst als noch zu magenverdrehend zu beschreiben ist. Mit einem kurzen Ausflug mit RE7 in die VR sollte ein noch spannenderes Spielerlebnis als garantiert angesehen werden.

Das Game ist also durchaus solide, verhaart aber an Ort und Stelle, ohne über die Inhalte des Trailers (dort haben wir die Höhepunkte und Orte beinahe alle gesehen) hinauszugehen.

Fazit: Warten bis das Game günstiger wird.

EnjoY.

So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: -/10
Charakterzeichnung: 5/10
Story: 6/10
Spannung: 9/10
Humor: -/10
Effekte: 9/10
Härtegrad: 8/10
Setting: 10/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: 4/10

Speziell-Game:

Steuerung: 9/10
Ingame-Grafic: 9/10
Sequence-Grafic: -/10
Wiederspielwert: 4/10
Vielfalt-Missionsdesign: 4/10
Laufzeit Hauptstory: 2/10
Nebenmissionen: -/10 (Erscheint Frühling 2017 „Not a hero“)
Eastereggs: 5/10
Synchro: 6/10
Online-Modus: -/10 (nicht verfügbar)
Stabilität/Fehlerfreiheit: 10/10 (keine)
Preis/Leistung: 4/10 (zu kurze Spielzeit, abwarten! 39€ akzeptabel)

Rundum: 7/10 Punkten

Have fun

Hinterlasse einen Kommentar