John Wick – Chapter 2

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John Wick: Chapter 2 – Movie-Game-HD Review

Pkt.: 7,7/10

Vorab: Der Mann. Der Mythos. Die Legende. Ein Schlachtfeld. Eine Gefahr für den Papst?

John Wick is back. Nach dem Überraschungserfolg `John Wick´ (20 Mio. Budget/80 Mio. BoxOffice) von Chad Stahelski aus dem Jahr 2014 gelang Action-Veteran Keanu Reeves ein fulminales Leinwand-Comeback, dass Männerherzen nach vielen Jahren aufgewärmter B-Movie-Kost plötzlich wieder höher schlagen ließ. Dabei hatten anfangs viele beim Betrachten der Rahmenhandlung sofort abgewunken „Da tötet einer einen Hund und klaut ein Auto, deshalb läuft ein legendärer Profikiller plötzlich Amok? …das kann nicht funktionieren.“ DOCH ES KANN. Wenn man John Wick heißt.

Tja, und heute? Jetzt wo die bösen, bösen Buben von damals nun alle das Zeitliche gesegnet haben, was könnte John Wick dazu bringen, erneut aus dem Ruhestand hervorzutreten und nochmal richtig die Sau rauszulassen? Richtig, ein noch böserer Bube sprengt Haus und Hof, verbrennt sämtliche Erinnerungsstücke an John Wick‘s Frau und hält ihm zu allem Überfluss ständig eine mysteriöse Münze mit einem blutigen Daumenabdruck vor die Nase. Nicht gerade originell, aber effektiv im Kontext des Wickyversum. Denn die Etikette des Konglomerates rund um die legendäre Continental-Hotelkette und der hohe Rat selbst nehmen ihre Regeln sehr, sehr ernst. John bleibt also keine Wahl.

Aber nun zum Film selbst. Zugegeben, die Story ist hauch dünn und viel Raum für Charakterentwicklungen bleibt da nicht. Aber mit dieser Erwartungshaltung dürfte ohnehin kein alteingesessener Fan des aufkommenden Franchise im Kinosessel Platz genommen haben. Über die Hintergründe und Motive der Akteure wurden wir durch den Vorgänger bereits „hinreichend“ aufgeklärt, also knüpft die Fortsetzung nahtlos an diese an und zeigt den Protagonisten direkt von seiner besten Seite, auf der Jagd nach seinem Auto. Das als eigenständiger Kurzfilm funktionierende Intro bietet zunächst eine zwar eher mittelmäßig inszenierte Wiederauffrischung der vergangenen Ereignisse, doch mit dem Auftreten des schwarzen Mannes im italienischen Gewand geht das Spektakel dann endlich richtig los. Es wird geschossen, es wir gekämpft, es wir gerockt was das Zeug hält.

Beinahe am laufenden Band werden wir von einer spektakulären Kampfsequenz in die nächste katapultiert. Die augenschmeichelnden Gun-Choreographien sind dabei zugleich beeindruckend in Szene gesetzt, von den Darstellern mit viel Liebe zum Detail elegant ausgeführt wie auch von der Kamera perfekt eingefangen. Die stellenweise wackeligen Kamerabilder fügen sich gut in das hektische Grundgeschehen ein, aber vordergründig wird der Fokus darauf gelegt, Geschwindigkeit und Präzision eher mittels ruhigerer Kameraführung einzufangen. Zudem lernen wir neben vielen bekannten und beliebten Nebenfiguren, wie Winston (Ian McShane, wir glauben ja immernoch, dass es sich hierbei um John Wick’s leiblichen Vater handelt), Charon vom Empfang oder dem loyalen Autoschieber Aurelio eine Vielzahl neuer jedoch eher platte Charaktere kennen, welche die nebulösen Hintergründe rund um den Attentäter-Clan abzurunden versuchen. Einige, wenn nicht sogar der Großteil, sind dabei eher überflüssiger Natur und dienen eher der notdürftigen Befüllung sogenannter Plot-Holes und buchstäblich als reines Kanonenfutter.

Wir waren erstaunt, dass es neben Rambo 3 und 5 sowie Shoot ’Em Up wieder mal ein Film geschafft hat, binnen 120 Minuten einen noch höheren Bodycount jenseits von Gut und Böse zu generieren, dass einem schon beinahe schwindelig werden kann. Wir schätzen mal, dass Sage und Schreibe mind. 150, wenn nicht sogar 200, sichtbare Einzelexekutionen in den Film Einzug gefunden haben, sei es durch den Einsatz von Schusswaffen, Messer, Fahrzeuge oder einfach mittels eines simplen Bleistifts. Wenn John Wick Hand anlegt, müssen Beerdigungsinstitute womöglich gleich auf mehrere Leiharbeitsfirmen gleichzeitig zurückgreifen, um den riesen Leichenberg hinter ihm wegräumen zu können. Spektakulär. Auch in Sachen Gewaltgrad hat sich einiges getan und zusammenfassend kann gesagt werden, dass im Kontext der dargebotenen Szenen die FSK 18 durchaus legitim erscheint.

Was lässt sich abschließend über das Erlebnis sagen: Der mit 7.1 Dolby Surround einbrechende Orkan der Ein-Mann-Armee John Wick hat enormen Spass gemacht. Im Vergleich zum direkten Vorgänger kann gut und gerne festgehalten werden, dass beide Teile sich durchaus, auch mit leichten Abweichungen in den inszenatorischen Schwerpunkten, auf Augenhöhe begegnen. Wo der eine an der einen oder anderen Stelle mehr Storyelemente und Tiefe zu bieten hatte, hat der andere wiederum in Humor und Grazie mehr punkten können. Die Waagschale ist also durchaus ausgewogen, die Beweisführung damit abgeschlossen. Das Ende verspricht zudem ein baldiges und zugleich überaus spannendes Wiedersehen mit unserem Anti-Helden, der (ohne spoilern zu wollen) es nun echt noch durch eine zweifelhafte Dummheit geschafft hat, tatsächlich die gesamte Unterwelt gegen sich aufzubringen.

Fazit: Ein handwerklich solides Erlebnis mit zynischem Humor für gesundes Erwachsenenkino. Fans werden voll auf ihre Kosten kommen und sich nach Chapter 3 und der geplanten Serie zur Vorgeschichte die Finger lecken. Also Arschbacken zusammen, Platz nehmen und sich berieseln lassen.

Ihr steht auf weitere Wick(y)-Leaks rund um John Wick 3?

——– John Wick: Chapter 3 ——–
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So, zu den Einzelwertungen:

Darstellerleistung: 9/10
Charakterzeichnung: 6/10
Story: 6/10
Spannung: 9/10
Humor: 7/10
Effekte: 8/10
Härtegrad: 8/10
Setting: 9/10
Soundtrack: 9/10
Twist-Rating: 6/10

Rundum: 7,7/10 Punkten

HaVe FuN

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